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Der Klimawandel macht der Feuerwehr stark zu schaffen

Der Klimawandel macht der Feuerwehr stark zu schaffen

Erst hielten Starkregen und vollgelaufene Keller die Retter auf Trab, jetzt bei der Hitze sind es Bodenfeuer. Die Feuerwehr hat dafür eine neue Stabsstelle eingerichtet.

Düsseldorf. Anhaltende Hitze gepaart mit Trockenheit oder Gewitter mit Starkregen und Stürme: Die Wetterphänomene dieses Sommers machen auch der Düsseldorfer Feuerwehr immer mehr zu schaffen. Deshalb hat die Stadt jetzt sogar eine eigene Stabsstelle unter dem Stichwort Klimawandel eingerichtet, teilte Umwelt- und Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies am Mittwoch bei der Vorstellung des Feuerwehr-Jahresberichtes (siehe Artikel unten) mit: „Da holen wir uns auch wissenschaftlichen Rat hinzu, um noch besser auf diese Wetterphänomene und ihre Folgen vorbereitet zu sein.“

Nachdem im Juni mehrfach Gewitter viele Keller voll Wasser laufen ließ, die die Feuerwehr leerpumpte, ist aktuell natürlich die trockene Hitze das Problem: „Wir verzeichnen derzeit mehr Bodenfeuer“, sagt Feuerwehrsprecher Tobias Schülpen, „dramatisch ist die Lage aber noch nicht.“ Zehn mal mussten die Löschtrupps allein seit dem letzten Wochenende ausrücken. In Lohausen am Sonntag zu einem Doppeleinsatz: Zunächst brannten rund 40 Strohballen, starke Einsatzkräfte waren stundenlang im Einsatz, um eine Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Dann bemerkte der Einsatzleiter dort ein weiteres Bodenfeuer an einer Böschung zur Autobahn 44, wo rund . 400 Quadratmeter Gras und Gestrüpp brannten. Anfang Juli beschäftigte die Feuerwehr ein größerer Stoppelbrand an der Bergischen Landstraße in Hubbelrath mit einer Ausdehnung von 1500 Quadratmetern; deutlich kleiner war die Brandfläche am Mittwochmorgen auf einem Feld in Unterbach.

(Anfang Juni musste die Einsatzkräfte nach Starkregenfällen mehrfach Wasser abpumpen.Foto: Feuerwehr)

Die Brandursachen bleiben fast immer ungeklärt. Dafür ist die Polizei zuständig, sie ermittelt indes in der Regel nur, wenn Personen zu Schaden gekommen sind. Aus dem buchstäblich heiteren Himmel allein entstehen Brände nicht: „Fast immer liegt fahrlässiges Verhalten vor“, sagt Schülpen. Das betrifft vor allem die weggeworfene Zigarettenkippe, Grillreste oder ein liegengelassenes Stück Glas, das zum Brennglas wird. „Rauchen oder Grillen in der Natur sind aktuell extrem gefährlich“, sagt Dezernentin Stulgies. Im Wald gilt bereits die Waldbrandstufe 4 (von 5 möglichen), Rauchen und offenes Feuer sind streng verboten. Die Feuerwehr hat jetzt verstärkt den „Grasland-Feuerindex“ des Deutschen Wetterdienstes im Blick, weil es auf Getreidefeldern, Wiesen oder Böschungen häufiger brennt als im Wald.