Karneval: Der Hoppeditz kam mit dem Fahrrad

Karneval : Der Hoppeditz kam mit dem Fahrrad

Erstmals stieg der Hoppeditz nicht aus seinem Senftöpfchen. Verbale Ohrfeigen verteilte er reichlich, vor allem gegen die CDU.

Düsseldorf. Da staunten tausende Jecken nicht schlecht. Trotz des usselligen Wetters war der Marktplatz so voll wie selten. Die Blicke waren wie immer auf das Senftöpfchen gerichtet, aus dem der Hoppeditz in jedem Jahr pünktlich aufersteht. Doch in diesem Jahr kam er auf dem Fahrrad um die Ecke geschossen. „Ich bin der letzte Teilnehmer der Tour de France“, rief er in die Runde. Also doch nicht so lange geschlafen.

Und dann ging es aber auch schon mit den verbalen Ohrfeigen los - und die schmerzten. In diesem Jahr hatte er nicht so sehr den Oberbürgermeister ins Visier genommen. Es klatschte heftig bei der CDU. Stur seien sie, dass sie sich weigern, die offenen Rechnungen der Tour de France nicht zu begleichen zu wollen. „Ihr Stadträte solltet euch für diese Machtspielchen echt schämen.“ Der Oberbürgermeister kam recht glimpflich davon

Die nächste Ohrfeige gab es für die „Spionage-Affäre“. „Die CDU - ich hab gelacht, wohl jetzt auf Mata Hari macht.“ Und dem OB gab er den guten Rat mit auf dem Weg, doch besser mal sein Klo untersuchen zu lassen. „Du hast bestimmt auf Deinem Häuschen, so’n kleines Kameramäuschen, denn die CDU interessiert ja jeder Scheiß.“

Der OB wurde abgewatscht, dass er sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit in der Öffentlichkeit präsentiert, sich aber zu wenig um den sozialen Wohnungsbau und die Sanierung der Schulen kümmere. Bürgermeister Friedrich G. Conzen (CDU) nahm die Schelte gelassen hin: „Das muss man ertragen können.“ Zur Spionage-Affäre sagt er: „Die Sache wird etwas überbewertet. Aber besonders geschickt war sie wirklich nicht.“

Andreas Rimkus, Bundestagsabgeordneter der SPD: „Eine tolle Rede, der Hoppeditz hatte es mal wieder drauf. Und es hat sich sich gezeigt, dass der OB die Stadt liebt und die CDU der Dumme August ist. Diese Affäre ist hochgradig peinlich, unterste Sohle und einfach nur Unwürdig. Aber wer unter der Klobrille sitzt und wartet, der muss sich nicht wundern, wenn er am Ende beschissen dabei herauskommt.“ „Ich bin ganz gut weggekommen. Dann hab ich wohl nicht so viel falsch gemacht“, kommentierte der OB mit einem süffisanten Lächeln.

Die Grünen bekamen auch ihr Fett weg: „Haben gerade mal acht Prozent, stellen aber Forderungen aus Wolkenkuckucksheim.“ Stefan Engstfeld, Ex-Landtagsabgeordneter der Grünen meinte mit einem Augenzwinkern: „Narrenfreiheit die muss sein. Aber kann man eigentlich den Hoppeditz auch abwählen?“ „Alle Themen aufgegriffen und super aktuell“, lobte Bernd Kretzer von der Brauerei Frankenheim.

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