Düsseldorf: Der große Neuheiten-Check auf der Düsseldorfer Kirmes

Düsseldorf: Der große Neuheiten-Check auf der Düsseldorfer Kirmes

Die Rückkehr einer Wildwasserbahn, ein überdimensionales Pendel und Eis, das mit Stickstoff hergestellt wird — wir haben getestet, was neu auf den Rheinwiesen ist.

Düsseldorf. Jedes Jahr bewerben sich um die 1100 Schausteller, doch nur etwa 300 ergattern einen Platz. Unter ihnen sind auch einige Betreiber von Fahrgeschäften und Gastronomen, die Premiere in Düsseldorf feiern. Wir haben sie besucht.

Foto: Andreas Krüger

Wildwasserbahn
Es war für viele Kirmes-Besucher ein ungewohntes Bild im Vorjahr, wenn sie den Platz über den Eingang an der Oberkasseler Brücke betraten. Denn da war nicht wie sonst eine Wildwasserbahn. Die steht inzwischen in einem Freizeitpark und kommt nicht mehr auf die Kirmes. Dennoch haben die Besucher nach einem Jahr Pause wieder das vertraute Bild vor Augen: „Auf Manitus Spuren“ ist eine Wildwasserbahn und sie ist direkt an der Brücke platziert. Sie mag etwas kleiner als der Vorgänger sein, hat aber Tempo zu bieten. Bis auf 17 Meter geht es hinauf und mit etwa 70 km/h wieder nach unten. Und dabei ist eins garantiert: Trockenen Fußes kommt da niemand raus. Knapp 400 Meter ist die Bahn lang, die Fahrt dauert etwa drei Minuten. Dafür verlangt Betreiber Fritz Heitmann fünf Euro, Kinder zahlen vier.
Unser Urteil: Diese Wildwasserbahn ist absolut familientauglich, und eine Fahrt gehört einfach zum Kirmesvergnügen dazu.

Wilde Maus XXL
Auch die Wilde Maus, wie man sie kannte, wird man beim Rundgang nicht mehr antreffen. Dafür gibt es die Wilde Maus XXL. Die Kurvenfahrt wurde um 200 Meter verlängert, bei der zweieinhalb-minütigen Fahrt werden die Gondeln auf 60 km/h beschleunigt. Langeweile beim Warten gibt es auch nicht. Auf einem 80 Meter langen Parkour müssen sich die Besucher über 23 Hindernisse hangeln. Die „VR-Fahrt“ ist eine weitere Neuerung. Die Digitalisierung hat damit auch die Rheinkirmes erreicht. Mit einer Virtual-Reality-Brille können Besucher während der Fahrt einen passenden Film sehen. Das Einrichten des neuen Systems hat laut Betreiber 500 000 Euro gekostet. Der Preis für eine Fahrt liegt für Erwachsene bei sechs und für Kinder bei vier Euro. Die VR-Fahrt kostet zwei Euro mehr.
Unser Urteil: Wir können diese die Neuauflage nur empfehlen.

Chaos-Pendel
42 Meter hoch und 70 km/h schnell ist die größte Neuheit. Das Chaos-Pendel feiert auf der Rheinkirmes Premiere. Eine dreiminütige Fahrt im 1,3 Millionen Euro teuren Fahrgeschäft kostet sechs Euro.
Unser Urteil: Man sollte sich eine Fahrt vorher gut überlegen.

Das Chaos-Pendel beschleunigt auf rund 70 km/h. Foto: Andreas Krüger

Stickstoff-Eis
Es zischt, als würde eine alte Dampflokomotive eine Vollbremsung einleiten. Und bei dem dichten Qualm, der dabei entsteht, kann man überhaupt nichts erkennen. Doch am Ende kommen bei Marcus Nülkens „Dr. Icecream“ süße Köstlichkeiten heraus. Der Mann aus dem hohen Norden präsentiert auf der Kirmes eine gastronomische Neuheit: Eis, das mit Stickstoff hergestellt wird, mit minus 196 Grad kaltem Stickstoff. 60 Sekunden dauert es etwa, bis eine Portion fertig ist. Und es macht richtig viel Dampf, wenn der Stickstoff auf die Zutaten Milch, Sahne und Zucker trifft. Wenn das Eis im Mund ankommt, ist es dann schon um über 190 Grad erwärmt. Die Süßspeise ist allerdings nicht gerade günstig. Ein Eisbecher kostet 6,90 Euro. Außerdem gibt es noch schwarzes Vanilleeis und schwarze Waffeln, hergestellt mit Aktivkohle. „Das ist gesund“, sagt Nülken.
Unser Urteil: Allein das Zuschauen bei der Produktion ist ein Besuch wert. Auch beim Geschmack zeigt der Daumen eindeutig nach oben.

Marcus Nülken bereitet sein Speiseeis mit Stickstoff zu. Foto: Andreas Krüger

Schnitzelmühle
Rustikale Speisen und Weine aus Rheinhessen gibt es bei Jeffrey Bauer und seiner Partnerin Laura Parpalione in der Schnitzelmühle. „Seit sieben Jahren bewerbe ich mich für diese Kirmes und nun hat es endlich geklappt“, sagt er. Ein Schnitzel im Brötchen kostet sechs Euro, mit Beilage und Soße elf Euro. Die Gäste, die ihre Mahlzeit im mit viel Holz eingerichteten Biergarten einnehmen, haben zwölf Rot- und Weißwein-Sorten zur Auswahl. Für ein Glas werden zwischen vier und sechs Euro fällig.
Unser Urteil: Zum Ausruhen und Erholen ist der Biergarten genau der richtige Ort.