Der Düsseldorfer „Doc“ und seine Freunde aus Klassik und Pop

Benefiz : Der „Doc“ und seine Freunde aus Klassik und Pop

Benefiz-Gala in der ausverkauften Tonhalle brachte über 50 000 Euro für die Krebsforschung ein. Ein buntes Programm für ein buntes Publikum.

Über 50 000 Euro wurden am Samstagabend in der Tonhalle für die Krebsforschung gesammelt. Damit kam mehr Geld zusammen als bei der Benefiz-Gala von „Doc Heilein & Friends“ im vergangenen Jahr.

„Man muss schon ein wenig verrückt sein, so etwas zum zweiten Mal zu machen“, meinte Matthias „Doc“ Heilein am Beginn der Gala. Die war bis auf den letzten Platz ausverkauft, selbst die Sitzreihen oberhalb der Bühne waren voll besetzt. Der Arzt aus Oberkassel, der von allen nur der „Doc“ genannt wird, hat es wieder geschafft: 50 Künstler aus verschiedensten musikalischen Genres für den guten Zweck auf die Bühne zu holen, darunter Solisten der Düsseldorfer Symphoniker, Duisburger Philharmoniker, Essener Philharmonie, der Deutschen Oper am Rhein und der Deutschen Oper Berlin, dirigiert von Sarah Bouwers. Selbst OB Thomas Geisel, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, ließ es sich nicht nehmen, bei einer Gospel-Nummer als Flötist einzusteigen.

Das Publikum war, wie „Doc“ Heilein bemerkte, ebenso bunt gemischt wie das Programm, das munter zwischen den Genres Klassik, Spirituals und Pop changierte. Sopranistin Alexandra von der Weth bot die „Casta Diva“ aus „Tosca“ dar und wurde vom Publikum dafür gefeiert, ebenso wie Eva Schäfer, die den Gospel „Jesus loves me“ aus dem Kinofilm „Bodyguard“ im Duett mit Chris Möhlenkamp sang. Neben Coverversionen wie Adeles „Rolling In The Deep“ oder dem Prince-Klassiker „Purple Rain“, der als Duett arrangiert wurde, war der Abend sehr von Spirituals geprägt. Schließlich war das Motto der Gala „berührend – umarmend – beseelend“ schon ein Hinweis darauf, dass es hier auch um Themen wie Glaube, Liebe und Hoffnung gehen würde, die besonders dann wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken, wenn Menschen krank werden, Angst haben oder in Not geraten.

Der „Doc“ Griff auch noch
selbst zum Mikrofon

Auch Matthias Heilein griff zum Mikrofon und stimmte mehrfach einen Choral an. Dass der „Doc“ dabei nicht immer die richtigen Töne traf, sah ihm das Publikum nach. Warum er allerdings Leonard Cohens „Hallelujah“ nicht einer der großartigen Stimmen überließ, die er für die gute Sache gewinnen konnte, weiß der Mediziner wohl nur allein.

Umso wichtiger war es dem engagierten Arzt, auf der Bühne für das Forschungsprojekt von Dr. Hans-Joachim Zeiler Spenden zu sammeln. „Letztlich geht es darum, die Lebensqualität für die Patienten bei geringen Nebenwirkungen und die Chancen auf Heilung der Erkrankung zu verbessern“, erklärt der engagierte Forscher und fügt hinzu: „Dabei konzentrieren wir uns darauf, den Tumor so zu schädigen, dass er seine Energie verliert und sich nicht weiter ausbreiten kann.“ Dafür setzt die Methode bei der Stärkung des Immunsystems an. Drei Millionen Euro sind nötig, um das Projekt soweit zu bringen, dass die Zulassung für den Einsatz in der Humanmedizin beantragt werden kann. Der Erlös der Gala von 50 000 Euro kommt dem Projekt zugute.

Schlussendlich war es auch gar nicht so wichtig, denn das was zählte, war der Enthusiasmus mit dem alle Beteiligten, sich für die Krebsforschung stark machten. Zum Einstieg in den Abend hatte Matthias Heilein von einem Kollegen erzählt, der im vergangenen Jahr schwer an Krebs erkrankt war und den die in die Wirbelsäule gewanderten Metastasen in den Rollstuhl zwangen. „Die Karten für unsere erste Benefiz-Gala tauschte er in einen Rollstuhl-Platz um“, erinnerte sich Dr. Heilein. Denn der Kollege wollte nicht auf diesen besonderen Abend verzichten. Die zweite Auflage erlebte der Chirurg nicht mehr.