Der Abgeordnete Lehne im Sushi-Praktikum

Der Abgeordnete Lehne im Sushi-Praktikum

Politiker arbeitete auf Einladung des Dehoga bei Man Thei mit — und aß seine Werke gleich auf.

„Ab 13.30 Uhr hatten meine neuen Kollegen Mühe, mich satt zu kriegen“. Olaf Lehne, der CDU-Landtagsabgeordnete, unternimmt immer wieder Ausflüge in die praktische Arbeitswelt — und längst auch macht er das mit einer Portion Selbstironie. Seit 10 Uhr morgens habe er gestern in der Küche vom Man-Thei-Restaurant und Sushi-Taxi an der Bachstraße in Bilk mitgewirkt, bereitete Klebereis zu und wickelte mit Hilfe der Kollegen alle möglichen Sushi-Spezialitäten ein. „Ich brauche einfach möglichst viele Einblicke in die Praxis, um Dinge beurteilen zu können“, sagt er.

Der Rechtsanwalt macht im Rahmen der Initiative „Praktikant/-in gesucht“ des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) NRW mit, der Landtagsabgeordnete zu einem Kurzpraktikum einlud, um mal hinter die Kulissen von Küche, Tresen und Rezeption zu blicken (nächste Woche geht FDP-Mann Rainer Matheisen in ein Düsseldorfer Hotel). Dass das ganz handfeste Lobbyarbeit ist, will Dehoga-Geschäftsführer Thomas Kolaric gar nicht leugnen: Zum einen werbe man angesichts des Fachkräftemangels um junge Auszubildende, zum anderen gehe es darum, die Kontakte in die Politik zu vertiefen: „Auch in der Erwartung, dass wir bestimmte Themen dort besser transportieren können.“ Zu starre Arbeitszeitregelungen meint er da zum Beispiel, Man-Thei-Chef Gerd Röpke kann ein Lied davon singen: „Mehr als zehn Stunden darf eigentlich niemand am Stück hier arbeiten, aber wie soll das gehen bei einer großen Veranstaltung“, fragt er: „Bei uns muss es doch auf die Wochen- nicht auf die Tagesarbeitszeit ankommen.“ Olaf Lehne ist ein Politikertyp, der da ganz viel Verständnis hat, der sich gerne selbst lustig macht über „deutschen Bürokratie-Wahnsinn“. Der aber auch erfahren hat, wie schwierig der Irrsinn zu kurieren ist. Egal. Der Tag in der Sushi-Küche hat ihm großen Spaß gemacht. „Am meisten habe ich über Soßen gelernt.“ Und seine Familie durfte sich abends auf eine große Tüte selbst(mit)gemachter Sushi freuen.