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„Demokratische Schule“ will Haus Kolvenbach pachten

„Demokratische Schule“ will Haus Kolvenbach pachten

Verein möchte eine Privatschule im Südpark gründen und stellt dazu nun den Antrag bei der Bezirksregierung.

Seit 2011 steht das ehemalige Ausflugslokal Haus Kolvenbach im Südpark leer. Da die Immobilie der Stadt gehört, kritisieren die Stadtteilpolitiker der Bezirksvertretung 3 den langen Leerstand verbunden mit einem Mietausfall. Nach einer erneuten Anfrage der Grünen zur künftigen Nutzung von Haus Kolvenbach scheint es nun mit dem Verein „Demokratische Schule Düsseldorf“ einen ernsthaften Interessenten zu geben, der das Gebäude im Park pachten will.

Der Verein muss sein Konzept bei der Bezirksregierung einreichen, um als Ersatzschulträger anerkannt und öffentlich vom Land gefördert zu werden. „Für diesen Antrag brauchen wir natürlich auch ein Gebäude“, sagt Tom Knevels von der Privatschulinitiative. „Der Standort würde wunderbar passen, er liegt zentral in Düsseldorf und wir könnten auch die Sportplätze in der Nähe mitnutzen“, erklärt Knevels.

Der Verein „Demokratische Schule“ sammelt Spenden, stellt bereits Lehrer ein und hofft auf den Schulstart im Schuljahr 2018/19, spätestens zum zweiten Halbjahr. Den plante der Verein allerdings bereits 2017. Laut eigenen Angaben gibt es eine Anmeldeliste mit 48 Kindern und weitaus mehr Interessierten für die Privatschule, in der es keine Noten, keinen Lernzwang, sondern Lernspaß und keine Alterstrennung nach Klassen geben soll. Im Vordergrund, so beschreibt es der Verein, stehen die jungen Menschen. „Sie entscheiden, was, wann, wie, wo und mit wem sie lernen wollen.“ Die Abschlussprüfungen nach der zehnten Klasse machen die Schüler extern. Zum Start der Schule sollen Kinder im Alter der ersten bis zur sechsten Klasse aufgenommen werden. Die Familien müssen Schulgeld bezahlen.

Haus Kolvenbach öffnete 1865. Nach dem Leerstand 2011 musste die Stadt auch über mehrere Jahre einen Wachdienst bezahlen, um die Gebäude vor Vandalismus zu schützen. Dann passte ein so genannter Hauswächter gegen eine geringe Miete auf das Gebäude auf. Auch der Kulturverein „damenundherren“ hatte das Haus kurzzeitig genutzt.