Demnächst Basketball in der Kirche

Demnächst Basketball in der Kirche

Zwei Kirchen werden am Sonntag entwidmet und anschließend anders genutzt. Die Jakobuskirche wird zum Haus für Kinder. In der Lukaskirche kann man zukünftig turnen und skaten.

Am Sonntag gibt es gleich zwei traurige Anlässe für die Protestanten in Düsseldorf. Um 10 Uhr beginnen zeitgleich in der Jakobuskirche, Am Schabernack 35, und in der Lukaskirche am Gatherweg 109 die Entwidmungsgottesdienste.

Beide Kirchen werden wegen der rapide abnehmenden Zahl der Gemeindemitglieder aufgegeben. Schon seit Beginn des Jahres wird dort nicht mehr gepredigt. Die Gemeinden wurden mit der Schlosskirche zusammengelegt und firmieren nun als Mirjam-Kirchengemeinde.

Im Prozedere der Entwidmung ist die evangelische Kirche geübt. Sie hat dies schon in Gerresheim und Unterrath perfekt geregelt. Nach den jeweils kurzen Ansprachen im Gurkenland und in Lierenfeld unterbrechen die betroffenen Gemeinden den Gottesdienst und machen sich auf den Weg, um den Gottesdienst in der Schlosskirche fortzusetzen. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann einen Fahrdienst in Anspruch nehmen. Abendmahlskelche, Osterkerze und Altarbibeln werden zum neuen Ort mitgenommen. Der Festakt schließt mit einem Empfang im Gemeindehaus neben der Schlosskirche.

Die entwidmeten Kirchen bleiben jedoch erhalten. Im Komplex der Jakobuskirche entsteht ein „Haus für Kinder und Familien“ mit Kindertagesstätte und Räumen für die Gemeindearbeit. Damit gibt es weiterhin einen Treffpunkt für die Anlieger aus dem unterversorgten Gurkenland. Ein Raum für Kinder- und Jugendarbeit ist zugesagt. Die Kitas von der Schlossallee und vom Bingener Weg sollen in den nächsten Jahren am Standort der Jakobuskirche zusammengefasst werden.

Die Lukaskirche mit ihrem wunderschönen Kirchenraum wird von der Stadt angemietet und zum Jugendzentrum umgebaut. Die Verträge werden in den nächsten Wochen unterzeichnet. Ende des Jahres zieht die rund 300 Meter Luftlinie entfernte Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung vom Kuthsweg 43, die sogenannte KW 43, dort ein.

Wo die evangelischen Christen, viele von ihnen alte Mannesmänner, ihr geistiges Zentrum hatten, erhält die junge Generation ihre seit Jahren immer wieder versprochenen Räume. Unter der freischwebenden Spannbetondecke ist an Sportangebote, Theateraufführungen und Konzerte gedacht. Nach Auskunft von Armin Meth aus der Kinder- und Jugendförderung der Stadt soll aus dem kirchlichen Raum ein Multifunktionsraum werden, wo man Tore und Basketballkörbe aufstellen will und gegebenenfalls auf dem Trampolin springen kann.

Der Kirchenraum, der sich ab sofort „die große Halle“ nennt, dient zum Klettern, für Kunst, Kultur und Musik. Hier erhofft sich die Stadt Synergieeffekte durch den gegenüber liegenden Musikbunker. Eine Kooperation mit Vereinen wie den Skatern wird angestrebt, so dass der Saal abends auch zur Skaterhalle werden kann. Dafür sollen Raumüberlassungsverträge geschlossen werden.

Für Konzerte ist die Halle wegen ihrer guten Akustik ideal geeignet. Platz für die Kindergruppen gibt es zukünftig im ersten Stock, der Jugendbereich kommt ins Erdgeschoss.

Im Bezirksrathaus Eller wurde das „offene Nutzungskonzept“ in der Lukaskirche vorgestellt. Das pädagogische Konzept geht von einem „sozialen Miteinander“ und einer „gesellschaftlichen Mitverantwortung“ aus. Neben dem offenen Bereich gibt es eine tägliche Hausaufgabenbetreuung von 13 bis 15.30 Uhr für rund 30 Kinder. Die Umbaukosten werden mit rund 100 000 Euro beziffert.