Düsseldorf: Dauerbaustelle Kasernenstraße

Düsseldorf: Dauerbaustelle Kasernenstraße

Anwohner und Geschäftsleute ärgern sich über schmale Holzstege. Komplizierte Arbeiten dauern bis zum Herbst.

Düsseldorf. Manchmal scheint die Welt tatsächlich mit Brettern vernagelt. Wie zurzeit, besser seit langer Zeit auf der Kasernenstraße. Da liegen sie den Fußgängern zu Füßen. In Form eines Bürgerstegs, der einen Bürgersteig ersetzen soll: schmal, wackelig, auf einer Seite eingezäunt — bei Dunkelheit schier unheimlich.

Seit vielen Wochen ein Zustand, der sich zudem noch zunehmend verschlechtert, weil die Latten immer morscher werden, der Regen den Untergrund weggewaschen hat. Man kommt kaum aneinander vorbei. Mütter mit Kinderwagen, Leute mit Rollator müssen in Hauseingänge ausweichen; Rollstuhlfahrer meiden den Parcours freiwillig und steuern die gegenüberliegende Straßenseite an, obwohl auch die teilweise immer noch in die Baustelle einbezogen ist, auch als Rangier- und Abstellfläche für die Baufahrzeuge.

Besonders nervig ist die Situation für Anwohner und Geschäftsleute. Lieferanten weigern sich, die Adressen entlang der Dauerbaustelle anzufahren. Das meist ausgemachte Lieferziel Haustürkante ist einfach nicht erreichbar.

Warum sich die Baustelle in der Kasernenstraße aber auch längst nach Eröffnung des U-Bahntunnels zur Dauerbaustelle entwickelt hat, erläutert Gerd Wittkötter. Der Projektleiter der Wehrhahnlinie erinnert daran, dass man für den Bereich an der Kasernenstraße und dem U-Bahnhof Benrather nach dem Fund des jüdischen Friedhofs im April 2009 anders bauen musste als bis dahin geplant. Die Ruhestätte aus dem 18. Jahrhundert sollte nicht beschädigt werden.

Diese Umplanung bedeutete vor allem, dass der Leitungsbau viel schwieriger wurde als zuvor geplant. Die Verlegung der sehr langen Trassen für Strom- und TV-Kabel sei schwierig, erklärt Wittkötter.

Für die Gas- und Wasserversorgung, Fernwärme sowie Entwässerung müssen neue Trassen teilweise unter den Tunneldeckel gebaut werden. Auch die Kellerschächte der Häuser müssen jetzt wieder frei gemacht werden, damit die Awista hier auch wieder die Mülltonnen zur Entsorgung herausholen kann. Gerd Wittkötter spricht insgesamt von „einer Mordsarbeit, die viel Zeit kostet.“

Außerdem werde die Kasernenstraße im Bereich zwischen Grabenstraße bis Benrather Straße nicht einfach in den alten Zustand versetzt. Sie bekommt, wie im Moderationsverfahren mit den Bürgern geplant, einen breiteren Bürgersteig. Zu sehen ist dies schon vor dem Eiscafé Pia, hier ist der Bürgersteig bereits fertiggestellt.

Wittkötter erklärt, dass es an der Westseite — hier befinden sich die schmalen Holzstege — bisher keine Sicherheitsprobleme gegeben habe. Wenn etwas auszubessern sei, werde man dies tun. Hier sei der Anliegerbetreuer aktiv.

Noch bis in die Sommerferien müssen die Anlieger wohl mit dem Behelfsbürgersteig leben. Komplett soll die Kasernenstraße auf diesem Stück bis September/Oktober fertig sein. Dazu gehört auch die Verbreiterung des Bürgersteiges auf der gegenüberliegenden Ostseite an der Parkhausausfahrt.

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