Das Wiesencafé in Garath nimmt langsam Gestalt an

Das ehemalige Problemviertel in Garath soll durch eine Begegnungsstätte aufgewertet werden, die Bewohner planen.

Das Wiesencafé in Garath nimmt langsam Gestalt an
Foto: Sergej Lepke

Düsseldorf-Garath. Vor vielen Jahren hieß der Wittenberger Weg noch Rebhuhnweg. Doch wer sich mit dieser Adresse beworben hatte, der hatte schon mal schlechte Karten bei potenziellen Arbeitgebern. Zu schlecht war der Ruf. Die in den 60er Jahren gebaute, ehemalige Obdachlosensiedlung Wittenberger Weg in Garath ist durch eine Schnellstraße, eine Autobahn und ein Gewerbegebiet städtebaulich isoliert. Die Isolation stabilisierte den Ausschluss und die soziale Armut ihrer Bewohner. Das Viertel konfrontierte Anwohner und Politiker mit schwer lösbar scheinenden Problemen und hat die schlechtesten Sozialdaten Düsseldorfs.

Ein großer Anteil der Kinder und Jugendlichen dort besuchen die Alfred-Herrhausen-Schule, Förderschule für Lernen sowie für soziale und emotionale Entwicklung. Grund genug für die Künstlerin Ute Reeh, sich Gedanken zu machen, wie man das Viertel aufwerten kann. „Ich habe mich dort mit Kindern und Jugendlichen unterhalten und gefragt, was ihnen eigentlich fehlt. Als Antwort kam dann, dass ihnen ein Ort fehlt, wo man gemeinsam etwas essen oder trinken kann.“ Ein Kiosk kam für die bildende Künstlerin nicht in Frage. Deshalb wurde die Idee für das Wiesencafé entwickelt.

Fast ein Jahr hat es gedauert, bis das erste Geld generiert war und die ersten Modelle gebaut wurden. Inzwischen sind die Leitungen und die Bodenplatte verlegt. Das wurde jetzt mit einem Suppenfest für die Bewohner und Schulen in der Nähe gefeiert. „Das haben wir auch spielerisch veranstaltet, denn die teilnehmenden Schulen konnten das nicht mehr benötigte Bauholz für ihren Unterricht gewinnen“, erklärt Reeh.

Bei der Entwicklung der Möbel haben Architekturstudenten geholfen. Das ist so gut gelungen, dass die demnächst bei der Möbelmesse in Köln ausgestellt werden. Die endgültige Finanzierung der benötigten 450 000 Euro Baukosten sind aber noch nicht gesichert. „Darüber werde ich in den kommenden Wochen Gespräche mit dem Stadtdirektor und dem Oberbürgermeister führen. Aber ich bin zuversichtlich“, meint Reeh.

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