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Das Viertel braucht die WestLB

Das Viertel braucht die WestLB

Der Stellenabbau bei der West LB trifft nicht nur die Banker hart. Die Händler am Kirchplatz verlieren wichtige Kunden.

Düsseldorf. Monatelang zitterten die rund 3.000 Banker der West LB an der Herzogstraße um ihre Jobs. So oder so: „Einen Stellenabbau wird es auf jeden Fall geben“, sagte Sprecher Walter Hillebrand-Droste der WZ.

Welches Ausmaß die geplante Schrumpfkur haben wird, steht noch nicht fest. Doch die Einzelhändler und Gastronomen rund um den Kirchplatz bangen schon länger um ihre Zukunft — ihre Existenz hängt an der West LB, an der Kaufkraft der gut bezahlten Banker.

„Die Hälfte unserer Kunden sind Mitarbeiter der Bank“, sagt Erdener Özböluk, Chef der Änderungsschneiderei Özbölük in der Herzogstraße. „Wenn wir die verlieren, sind wir pleite und müssen schließen.“ Seit über 30 Jahren betreibt der 60-Jährige das Geschäft mit seiner Frau, kürzt und schneidert Anzüge für Banker. „Ich habe 25 Nähmaschinen. Was soll ich denn damit machen, wenn ich weniger Aufträge bekomme“, fragt er.

Auch nebenan, im Restaurant Il Mercato, dreht sich alles um die West LB. „Wir planen ein neues Lokal in der Kaiserswerther Straße“, sagt Nino Tsiardakas. Grund ist der seit fünf Jahren anhaltende Kundenschwund, den Tsiardakas mit früheren Entlassungen bei der West LB verbindet: „Wir hatten damals 30 Prozent mehr Stammgäste.“

Christel Düning Breimeyer, Inhaberin der Herz-Apotheke auf der Friedrichstraße, musste deshalb bereits zwei Vollzeitkräfte entlassen. „Wir sind seit 27 Jahren hier und mit der West LB gewachsen. Jetzt schrumpfen wir gemeinsam“, sagt die Apothekerin. „Schon die Eröffnung der Düsseldorf Arkaden hat uns sehr viele Kunden gekostet. Wenn wir noch mehr verlieren, müssen wir bald schließen.“

Eine Prognose, die auch Konstantinos Romas wagt, der mit seiner Frau eine Reinigung in der Elisabethstraße betreibt. „Rund 80 Prozent meiner Kunden sind Banker der West LB. Sie bringen seit Jahren Hemden und Anzüge zu uns“, sagt er. „Wir sind ein Familienbetrieb und haben deshalb große Angst. Unser Leben hängt an der West LB.“

Das Schicksal der angeschlagenen Landesbank ist also eng mit wirtschaftlichen Folgen für Düsseldorf verbunden — ein drastischer Stellenabbau beträfe nicht nur die Banker, sondern ein ganzes Viertel. „Das wäre eine Schwächung für den Standort“, sagt Franz-Josef Arndt, Geschäftsführer der Düsseldorfer Bankvereinigung.