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Das Testverfahren in Düsseldorfs Schulen ändert sich

Corona und Schulen : Das Testverfahren in Düsseldorfs Schulen ändert sich

Die Infektionszahlen an den Schulen sind zuletzt gestiegen. Es ist wahrscheinlich, dass sich dieser Trend durch die Omikron-Variante im Januar weiter beschleunigt. Eltern warnen dennoch vor voreiligen Schlussfolgerungen und setzen auf Präsenzunterricht.

Mit gemischten Gefühlen blicken die Schulen auf das neue Jahr. Fest steht: Auch 2022 werden die Pandemie und die noch unklaren Folgen der Omikron-Variante ein großes Thema bleiben. Das Wichtigste im Überblick.

Die Corona-Lage

2021 hatte sich die Zahl der positiv getesteten Schüler zum Jahresende hin erhöht. Während im gesamten November 1027 Fälle an sämtlichen Schulen im Düsseldorfer Stadtgebiet bekannt wurden, waren es im Dezember nach Angaben des Gesundheitsamts 1679 – trotz des Ferienbeginns am 24. Dezember. Zum Vergleich: Rund 70 000 Heranwachsende besuchen in Düsseldorf eine Schule oder ein Kolleg. Dabei blieben größere Ausbrüche wie zuletzt an der Paulusschule, wo vor vier Wochen vorsorglich zwei ganze Schulklassen zu Hause blieben, die Ausnahme. „Bis Ende Oktober hatten wir vielleicht einen Fall alle zwei Wochen, danach gab es dann im Schnitt einen neuen Indexfall pro Woche“, sagt Ralf Schreiber, Leiter des Goethe-Gymnasiums in Düsseltal. Ähnlich ist die Situation am Albrecht-Dürer-Kolleg, das – verteilt auf unterschiedliche Wochentage – von 3500 Schülern besucht wird. „Von zwei bis drei Fällen hatte sich die Zahl zuletzt auf vier bis sechs Fälle pro Woche erhöht, aber eine ganze Klasse musste noch nicht zu Hause bleiben“, sagt Ingo Schäfer, Vize-Leiter der neu gebauten Schule in Benrath. Eine Prognose, wie sich die Omikron-Variante nach dem Schulbeginn am 10. Januar konkret auf das Schulleben auswirkt, wagen die Pädagogen nicht. Sandra Rzewnicki, Mutter eines Drittklässlers aus Golzheim, warnt mit Blick auf Omikron vor vorauseilenden Entscheidungen. „Es wäre unverantwortlich, die Schulen vorsorglich in eine Teilpräsenz oder einen Wechselunterricht zu schicken, bevor feststeht, was diese Variante für den Schulalltag bedeutet.“

Die Testungen

Hier blicken vor allem Eltern von Grundschülern mit Erleichterung auf die Zeit nach den Ferien. Monatelang hatten die auf einem Pool basierenden Lolli-Tests für Ärger gesorgt. Das lag vor allem an falsch positiven Ergebnissen beim Pool-Test und dem Zwei-Schritt-Verfahren, bei dem im Falle eines positiven Pools Kinder noch einmal nachgetestet werden mussten. An mehreren Standorten hatte das dazu geführt, dass Jungen und Mädchen immer wieder tageweise der Schule fernbleiben mussten, obwohl sie sich weder infiziert noch neben einem betroffenen Mitschüler gesessen hatten. Das wird nun anders. Und das liegt auch an den Protesten aus Düsseldorf. So hatte Schuldezernent Burkhard Hintzsche die Vorschläge der frustrierten Eltern aufgegriffen und dem Land vorgeschlagen, die Proben künftig gleichzeitig zu entnehmen. Der Vorteil: Sobald ein Pool positiv ist, können die Einzelproben umgehend untersucht werden. „Das sorgt für mehr Planungssicherheit aller, die sich am Schulleben beteiligen“, sagt Hintzsche. Ähnlich sieht das Sandra Rzewnicki: „Es hat lange gedauert, aber Hauptsache, das Ganze wird jetzt endlich richtig umgesetzt.“

Masken

Hier überwiegt die Einschätzung, dass die im November zunächst ausgesetzte, dann wieder eingeführte Maskenpflicht beibehalten werden soll. „Dann geht in aller Regel nur das infizierte Kind in Quarantäne und nicht auch noch seine Sitznachbarn. Ich möchte, dass das so bleibt“, sagt Rzewnicki. Und Schäfer ergänzt: „Die Pflicht hätte man erst gar nicht aufheben sollen.“ Für Lehrer und sonstiges pädagogisches Personal hat die Stadt FFP2-Masken angeschafft. „Mit Blick auf Omikron halte ich das für erforderlich“, sagt Hintzsche, der das Tragen auch für Schüler befürwortet.

(jj)