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Das Taxi-Chaos von Düsseldorf

Das Taxi-Chaos von Düsseldorf

In Düsseldorf konkurrieren zu viele Taxis miteinander. Die Folgen sind Gedrängel an den Halteplätzen und rüpelhafte Fahrer.

Düsseldorf. Düsseldorf hat zu viele Taxis und deshalb verdienen die einzelnen Fahrer zu wenig. Das ist jetzt wieder von Experten festgestellt worden: Wie die WZ berichtete, würden 1000 Taxis in der Stadt reichen — es gibt aber 1300. Dieses Ungleichgewicht hat erhebliche Folgen, die jeder Düsseldorfer beobachten kann und teilweise auch zu spüren bekommt.

Sie zeigen sich in teilweise absurden Taxischlangen, ruppigem Verhalten der Fahrer oder laxem Umgang mit Verkehrsregeln. Ein Bericht von den Straßen der Stadt.

Chaos am Taxistand Heine-Allee: Mitten in der Nacht werden an der Heinrich-Heine-Allee alle Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt. Vor allem an den Wochenenden zieht sich die Schlange der wartenden Wagen gern auch mal zweispurig bis Höhe Ratinger Straße. Wer dann als normaler Autofahrer aus Richtung Oberkasseler Brücke kommt, befindet sich schnell in einem „Kleinkrieg“ um die vorderen Plätze in der Warteschlange. Die beiden Linksabbieger-Spuren in die Maximilian-Weyhe-Allee werden zur Überholspur zweckentfremdet. Da braust ein Taxi waghalsig an dem anderen vorbei, nur um ein paar Meter Vorsprung zu gewinnen.

Rüpelfahrer am Wehrhahn: Ähnliche Szenarien spielen sich nahe des S-Bahnhofs Wehrhahn ab. Das Linksabbiegen aus der Adlerstraße in Richtung Grafenberger Allee ist verboten. Seit längerer Zeit muss dort eine Schleife gefahren werden. Doch die zwei Ampeln auf der Strecke kosten offensichtlich zu viel Zeit. Nicht selten sind dort Taxis bei kamikazeartigen Abbiegemanövern zu beobachten.

Illegaler Taxistand am Uerige: Wer an Wochentagen draußen am Uerige sein Feierabendbier trinkt, wird regelmäßig Zeuge hanebüchener Szenen, denn dort hat sich ein illegaler Taxistand etabliert. Die Fahrer kommen durch die Flinger Straße (Fußgängerzone!) und warten vor dem Killepitsch-Kabüffke auf Kundschaft. Ist die Schlange dort zu lang, wurden auch schon Fahrer gesehen, die wenden — und durch die Fußgängerzone wieder zurück fahren.

Auch das hat es gegeben: An lauen Sommerabenden ist die Ratinger Straße in der Altstadt voll von Menschen. Viele Taxifahrer schert das nicht — sie fahren durch, wenden auch in der Menge. Inzwischen sperrt die Stadt die Straße bei großem Andrang.

Oder dies: Ein Mitarbeiter der WZ ist vor einigen Monaten mit dem Fahrrad von einem Taxi angefahren worden. Die Kollision war zum Glück nur leicht, weil sich der Fahrer am Ende noch entschloss zu bremsen. Schließlich hatte der Radler Vorfahrt. Zu dessen Überraschung sprang der Mann wie von der Tarantel gestochen aus seinem Wagen und fing an, den verdutzten Radler anzuschreien.

Ortsunkundige am Steuer: Legendär sind Klagen über Fahrer, die sich nicht auskennen. Messe-Chef Werner Dornscheidt erzählte etwa im WZ-Gespräch, er habe einem Taxifahrer sogar den Weg von Gerresheim zum Flughafen erklären müssen.

Das Image der Düsseldorfer Taxifahrer kommt nicht von ungefähr: Ein Klassiker ist die TV-Reihe „Hallo Taxi“, bei der Hape Kerkeling ahnungslose Fahrgäste als verkleideter Rüpel-Chauffeur reinlegt — gedreht in Düsseldorf.