Das Notabu-Ensemble spielt Werke von Jürg Baur

Notabu-Ensemble : Gelungene Hommage an Jürg Baur

Das Notabu Ensemble widmete sich in der Tonhalle dem Düsseldorfer Komponisten.

Ihn allerdings auf irgendeine Art als Epigone zu brandmarken, wäre verfehlt. Baurs Sprache hatte stets auf wechselnde Weise einen eigenen Geschmack, einen Baur-schen Ton. Die vom Notabu-Ensemble - unter der Leitung von Mark-Andreas Schlingensiepen aufgeführten Werke zeigten, dass dieser sich immer durchsetzte. Und das unabhängig vom kompositorischen Prinzip. Das verhältnismäßig frühe „Quintetto sereno“ aus der Mitte der 50er, bei dem sich Baur zumindest nach eigenem Bekunden an seriellen, also strengstens durchgerechneten Kompositionsprinzipien orientiert, ist genauso klar und deutlich von dieser Sprache durchdrungen wie etwa seine Nonett-Skizzen von 1973. Beide Werke wurden mit viel Pfiff vorgetragen von Mitgliedern des Ensembles. Sein Liederzyklus „Herz, stirb oder singe“, gesungen von Lena Sokoll, am Klavier begleitet von Yukiko Fujieda, gesellte sich trefflich in diese Reihe. 

Doch gehörte der Abend im Hentrich-Saal der Tonhalle nicht Baur allein. Das Toy Piano Festival war in vollem Gange. Und Frederike Möller, selbst Mitglied von Notabu und Kopf hinter dem Fest für das Spielzeugklavier, „flog“ samt einem WDR-Fernsehteam ein – man drehte eine Doku über sie –, um Norbert Laufers „bitS & pieceS“ auf einem kleinen roten Spielzeugklavier zu interpretierten. Musikalisches Dada? Vielleicht. Es geht wohl nicht zuletzt darum, bei dem Ganzen ernst zu bleiben. Ganz ernst und tiefgründig hingegen kam Thomas Blomenkamps „Moment musical“ für Viola und Klavier daher. Hier glänzte interpretatorisch Jannis Hoesch.

Rundum eine würdige Hommage an Baurs Werk.

(Laki)
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