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Das neue Programm im Düsseldorfer Schumann-Saal

Programmvorschau : Das ist das neue Programm im Schumann-Saal

In der Saison 2019/20 gibt es erneut Wort und Klang in allen Varianten im Kammermusiksaal zu erleben. Von Frida Gold bis Ulrich Tukur, von Mariam Batsashvili bis Mechthild Großmann.

Mitten im Herzen des Ehrenhofes im Kunstpalast befindet sich Düsseldorfs großer Kammermusiksaal. Der Robert-Schumann-Saal, mit seiner schönen Akustik, seiner klaren und hölzern-warmen, eleganten vom Architekten Oswald Mathias Unger gestalteten Formensprache, ist aber mehr als nur ein Konzertsaal.

Durch die Programmgestaltung, Jahr für Jahr wirklich liebevoll zusammengestellt vom Leiter des Saales, Eckart Schulze-Neuhoff, vereint der Saal Wort und Klang, Tradition und Innovation, Populäres und Special-Interest. Wir haben besondere Akzente der kommenden Saison ausgewählt und geben für jeden Monat Empfehlungen.

Oktober 2019

Ulrich Tukur wird wird am 15. November seinen Roman „Der Ursprung der Welt“ vorstellen. Foto: Katharina John

Die Saison startet mit einem „Dreiklang“. Denn die erste Veranstaltung (6. Oktober) der Reihe Zweiklang wird über Wort und Ton hinausgehend auch das Visuelle einbeziehen. Im Rahmen der Ausstellung „Utopie und Untergang. Kunst in der DDR“ (5. September bis 5. Januar im Kunstpalast) widmet sich Corinna Harfouch Christa Wolfs „Kassandra“. Wird zugleich aber von Heiner Reinhardt, Bassklarinette, Lothar Fiedler, Gitarre, musikalisch und – das ist außergewöhnlich – von Helge Leibergs Live-Malerei mittels Zeichnungen am Overheadprojektor umrahmt.

November 2019

Am ersten des Monats widmen sich „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts und Clemens von Ramin der „Blechtrommel“ von Günter Grass. In der Konzertlesung wird die Geschichte um Oskar Matzerath durch Percussions und Live-Elektronik von Stefan Weinzierl – von ihm kam übrigens die Idee zu dieser Melange – klanglich kommentiert.

Ulrich Tukur hat den Schumann-Saal gewählt, um sein Buch „Der Ursprung der Welt“ vorzustellen. Einblicke in seinen ersten Roman gibt es am 15. November im Gespräch mit Elke Heidenreich.

In der Reihe „440Hz“ mischen sich „Klassik und Pop“. Und in der Tat, am 16. November treffen das Takeover-Ensemble um Gründer und Arrangeur Miki Kekenj auf das Front-Duo der Popband Frida Gold.

Am 17. kommt Tobias Moretti mit dem Delian-Quartett in den Saal. Hier ist erwähnenswert, dass dieses Programm durch den Anfang 2019 verstorbenen schweizer Schauspieler Bruno Ganz konzipiert wurde. Leider konnte er den Auftritt im Schumann-Saal nicht mehr selbst verwirklichen, doch nun übernimmt Moretti den Rezitationspart bei dem Programm „Magie des Orients – in memoriam Bruno Ganz“.

Auch die Lesung mit Walter Sittler am 24. November kreist um einen verstorbenen Großmeister seines Metiers: Dieter Hildebrandt und dessen letztes fertiges Programm.

Dezember 2019

ElphCellisten“, bestehend aus elf Cellisten des NDR Elbphilharmonie Orchesters, kommen am 1. Dezember. Musik aller Färbung teils in eigenen Bearbeitungen mit viel Witz für Cello gesetzt.

Am 8. Dezember beleuchtet Maren Kroymann Alan Bennetts „Die souveräne Leserin“. Die Hommage an die Queen wird pianistisch umspielt von Yvonne Gesler.

Am 15. spielen sechs Musiker der Berliner Philharmoniker kubanische Boleros: Bolero Berlin oder „The Latin soul of the Berlin Philharmonic“.

Am 16. Dezember spielt das Schumann Quartett mit Klarinettist Pablo Barragán feinste Kammermusik von Haydn, Smetana und Fuchs.

Januar 2020

Am 19. Januar ist Sopran Simone Kermes zu Gast. Ihr Liederabend (Daniel Heide, Klavier) reicht von Monteverdi bis Hollaender.

Mariam Batsashvili spielte schon zum Schumannfest in Düsseldorf. Nun ist sie am 26. Januar solistisch zu erleben, mit Bach, Mozart, Liszt und Schumann.

Februar 2020

Die für ihre charakterstarke Stimme berühmte Mechthild Großmann liest am 2. Februar aus „Ein Kräcker unterm Kanapee“ von Alan Bennett. Großmann, bekannt aus dem Tatort, war übrigens 40 Jahre lang beim Tanztheater Pina Bausch.

Klarinettist Daniel Ottensamer kommt mit einem Trio (Stephan Koncz, Christoph Traxler) am 9. in den Saal.

Claudia Michelsen wiederum widmet sich am 16. Februar in ihrer Lesung Marlene Dietrich. Hierbei wird es auch Original-Musikeinspielungen geben.

März 2020

Das Amaryllis Quartett wird bei seinem Konzert rund um Beethoven und Mozart am 1. März gleich von zwei Hornisten unterstützt: Sarah Willis und Felix Klieser. Ein Horn-Fest der Extraklasse.

Der Schumann-Saal bleibt in gewisser Weise etwas Tatort-lastig. Udo Wachtveitl (Tatort-München) kommt am 8. März mit dem Gitarrenduo Gruber und Maklar: „Eine Geschichte der Welt in 9 Gitarren – von Érik Orsenna“.

Das Vision String Quartet vereint Jazz- und Pop-Arrangements mit klassischer Kammermusik. Es gastiert am 15. März und hat neben Sinatra, Beatles oder Gershwin auch Schumann im Gepäck.

Ganz der Gitarre widmet sich das Konzert mit Pepe Romero am 22. März.

April 2020

Nachdem am 19. April wieder „Original und Fälschung“ (Engstfeld/Weiss-Quartett und Gäste, Ovidiu Purcel, Tenor, Jesse Wong, Klavier, Wolfram Goertz Moderation) auf dem Programm steht, heißt es am 1. Mai erneut „440Hz“. Repercussion und Max Kotzmann feiern die Grenzenlosigkeit des Schlagzeugs über alle Genre-Grenzen hinweg.

Das weitere Programm – etwa die Reihe „Talente Entdecken“ oder das Adventsprogramm – und alle Informationen unter

kunstpalast.de/de/buehne/programm