Studentenfutter: Das Mensa-Essen in Düsseldorf : Günstig, aber auch gut?

Studentenfutter : Das Mensa-Essen in Düsseldorf : Günstig, aber auch gut?

80 Prozent der Studenten essen mehr als einmal pro Woche in der Mensa. Wie schmeckt es ihnen? Die WZ hörte sich vor Ort um.

Düsseldorf. Die Erwartungen von Studenten an das Essen in der Mensa sind sehr unterschiedlich. Während die einen einfach nur schnell ihren Hunger stillen wollen, ohne viel Geld auszugeben, machen andere einen großen Bogen um das Essen in der Uni. Bei einem sind sich alle einig: Günstig sollte es sein und das ist es auch. Einen Euro kostet das günstigste Hauptgericht in den Mensen in Düsseldorf. Dafür bekommt man zum Beispiel Kalbsrahmgulasch oder Putengeschnetzeltes mit Champignonrahmsauce. Für zehn Cent mehr gibt es Suppe oder Eintopf. Für 1,20 Euro ein vegetarisches Hauptgericht wie zum Beispiel Ofenkartoffel mit Kräuterquark-Dip.

Foto: Julian Krebs

Auch Gäste können sich zum Essen unter die Studenten mischen. Statt einem Euro zahlen sie 2,80 Euro für ein Hauptgericht. Für viele Studenten ist das Essen in der Mensa fester Bestandteil ihres Tages. So auch für Student Tobias Schmidtke. Der 27-Jährige besucht zwei- bis dreimal pro Woche die Mensa der Heine-Uni und ist mit dem Angebot und der Qualität insgesamt zufrieden: „Das Essen in der Mensa schmeckt mir eigentlich meistens gut. Die Auswahl ist groß genug, dass man nicht jeden Tag dasselbe essen muss.“

Foto: Julian Krebs

Eines der täglich wechselnden Fleischgerichte kommt bei Schmidtke trotzdem nicht auf den Teller, auch wenn er kein Vegetarier ist. Seine Wahl fällt meistens auf eines der vegetarischen Gerichte, einen Eintopf oder einen Salat. „Ich esse zwar Fleisch, jedoch nicht so gerne Kantinenfleisch“, sagt der Sozialwissenschaftler. Wenn er Lust auf Fleisch hat, kauft er sich lieber etwas frisches bei einem guten Metzger und bereitet es selbst zu, sagt er.

Foto: Julian Krebs

Die vegetarischen Gerichte seien außerdem oft einfach leckerer als die mit Fleisch und Fisch. Das Einzige, was ihn am aktuellen Angebot seiner Mensa missfällt, ist die Panade, die sich auf immer mehr Gerichten wiederfindet: „In der Uni-Mensa werden sehr viele Gerichte paniert oder frittiert, dazu gibt es Sauce. Das war schon einmal abwechslungsreicher und ich fänd es schön, wenn es das wieder wäre.“

Manche Studenten essen täglich in der Mensa, obwohl es ihnen überhaupt nicht schmeckt, wie ein Student der Kunstakademie verrät, der nicht namentlich genannt werden will: „Das Essen ist nicht gut. Man merkt, dass für den günstigen Preis Abstriche bei der Qualität gemacht werden und das deshalb nur wenig Frisches zu erwarten ist. Aber als Student ist man trotzdem froh, wenn man zu einem solchen Preis ein ganzes Essen bekommt, da man oft auch nicht viel Zeit hat.“

Mehrere Umfragen haben gezeigt, dass neben dem Preis und der Qualität vor allem der geringe Zeitaufwand Studenten dazu bewegt, in der Mensa zu speisen. An der Heinrich-Heine-Uni gibt es eine Reihe von Alternativen, die gern von Studenten genutzt werden, die in der Mensa nicht fündig werden. Wem es nichts ausmacht, ein paar Euro mehr zu investieren, bekommt im Campus Vita, direkt neben der Mensa, frischeres Essen in Restaurantatmosphäre. Bei BWL-Studentin Soraya Petrasch fällt die Wahl deshalb oft auf das Vita: „Bisher habe ich nur ein paar Mal in der Mensa gegessen. Zuletzt mit Frischkäse gefüllte Kartoffeln. Für mich war es leider nicht sehr lecker, deshalb gehe ich meistens ins Vita. Dort ist das Essen zwar teurer, aber geschmacklich und qualitativ besser.“

Trotzdem kann Petrasch sich nicht vorstellen, dass man am Angebot der Mensa viel verbessern könnte. „Bei den Preisen kann man nicht viel verändern. Und dafür, dass man so günstig essen kann, ist das Angebot eigentlich ganz gut“, sagt die 18-Jährige.

Das Angebot der Mensa auf dem Campus der HHU ist durchaus umfangreich. Man hat täglich die Wahl zwischen Pfannen-, Wok- und Grillgerichten sowie einem Salatbuffet und verschiedenen Desserts. Hinzu kam in den vergangenen Jahren die Grüne Ecke, deren Angebot aus veganen und laktosefreien sowie Bio-Gerichten besteht.

Das Studentenwerk, das die Mensen und Cafeten in und um Düsseldorf beliefert und betreibt, verspricht Nachhaltigkeit, Frische, Qualität und Vielfalt. Jeden Tag versorgt das Werk etwa 12 000 Kunden. Alle gleichermaßen zufriedenzustellen ist natürlich unmöglich. Aber jeder der will, wird hier satt, findet Medizinstudentin Nicole Wolfhertz: „Zu den Preisen ist das Essen in der Mensa wirklich akzeptabel. Das Angebot ist gut und relativ groß. Und inzwischen wird man auch fündig, wenn man kein Fleisch oder Fisch isst.“

Da es auf dem Campus der Heine-Uni eine ganze Reihe von Cafeten und das Campus Vita gibt, kommt nicht so schnell Langeweile in den Speiseplan, sagt Wolfhertz: „Bis jetzt habe ich so ziemlich alles ausprobiert. Ich gucke immer, wo es was heute gibt und entscheide mich spontan, worauf ich Lust habe.“ Letztlich sagen die meisten Studenten, dass ihnen das Essen in der Mensa nicht immer besonders gut schmeckt, aber die meisten von ihnen nutzen das Angebot und sind froh, dass es existiert.

Wer nicht studiert, aber trotzdem ein schnelles und günstiges Mittagessen sucht, der kann sich als Gast selbst einen Eindruck verschaffen. Man zahlt zwar etwas mehr als die Studenten neben einem im Speisesaal, dafür muss man danach aber auch nicht mehr pauken.

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