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Düsseldorf: Das Handwerk zeigt seine künstlerische Seite

Düsseldorf : Das Handwerk zeigt seine künstlerische Seite

Knapp 4000 Besucher kamen auf das Parkdeck der Handwerkskammer und erlebten die Trends der Szene.

Düsseldorf. Egal ob Stoff, Holz oder Metall - dass jeder dieser alltäglichen Rohstoffe mit ein wenig Geschick die Grundlage für ein unverwechselbares, einzigartiges Produkt liefert, ist allseits bekannt. Von facettenreicher Handwerksarbeit konnten sich am Wochenende wieder die Besucher des Markts für zeitgenössisches Kunsthandwerk überzeugen: 80 Aussteller aus dem Rheinland zeigten auf dem Parkdeck der Handwerkskammer am Georg-Schulhoff-Platz ihre handgearbeiteten Unikate.

Auch internationale Gäste stellten aus. Ein Konzept, das ankommt: Fast 4000 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich mit den neusten Trends der handwerklichen Szene vertraut zu machen. Dabei überzeugt besonders die Qualität der angebotenen Produkte: Interessierte Künstler mussten sich im Vorfeld um einen Ausstellungsplatz bewerben, eine Jury wählte die Teilnehmer aus.

Alexander Konrad, Sprecher der Handwerkskammer, ist froh um die vielen Bewerbungen: „Neue Gesichter treffen in diesem Jahr auf alte Hasen. Das moderne Handwerk ist und bleibt besonders in Düsseldorf beliebt.“ Denn erstmalig bildeten gleich 14 örtliche Kreativ-Werkstätten einen gewissen Schwerpunkt. Die Bandbreite reicht dabei alljährlich von Porzellankunst über junge Mode bis hin zu Zweckmäßigem wie Schneidebrettern. Das sogenannte „Upcycling“, ein Trend, bei dem alte, unbrauchbare Gegenstände durch eine stoffliche Aufwertung zu neuwertigen Produkten gemacht werden, fand sich als roter Faden der Ausstellung an vielen Ständen wieder.

Die litauische Künstlerin Rita Balta schnitt Basketbälle auf, um sie in Mäppchen zu verwandeln, recycelte LKW-Planen wurden bei Sabine Korn zu Kulturtaschen. Mit ihrem Label „DasAugedenktmit“ widmet sie sich seit 20 Jahren dem Selbermachen liebevoll gestalteter Taschen, Becher oder Postkarten, zunächst hobbymäßig, mittlerweile hauptberuflich. Es gehe ihr weniger um Profit, als um die Freude am Produkt. „Die Atmosphäre ist super. Open-Air-Charakter kombiniert mit netten Menschen um einen herum, einfach klasse“, lobt sie.

Türknäufe in lustigen Tierformen aus handgeschmiedetem Stahl gab’s am Stand von Metallgestalter Uwe Kramer aus Arnsberg. Für ihn ist das positive Feedback der Besucher wichtig: „Schön zu sehen, dass sich der Trend zum individuellen Produkt weg von langweiligen Massenherstellungen verbreitet.“ Auch Besucherin Lisbeth Martel fand Freude am Markt, erwarb gleich mehrere Schmuckstücke und Bilder. Dass dabei ein Paar Ohrringe zu einem Preis von 25 Euro angeboten werde, hält sie für verständlich: „Handarbeit muss gewürdigt werden.“