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Das hässliche Brückengeländer in Düsseldorf-Wersten ist wieder weg

Stadtteile : Das hässliche Brückengeländer in Wersten ist wieder weg

Nach dem Unmut der Anwohner, die auch eine Gefahr statt Sicherung sahen, reagierte der Oberbürgermeister.

Jetzt geht Ulrich Scholz wieder gerne mit seinem Hund über die Brücke am Mendelweg, die über den Brückerbach führt, spazieren. Noch vor wenigen Tagen hätte er dort wohl am liebsten kehrt gemacht. Hat er aber nicht, sondern fotografiert, was ihn so entsetzte. Das war die provisorische Geländer-Erhöhung vor dem bestehenden gelben Geländer durch einen hässlichen Stabmaschenzaun. Das Foto ging per E-Mail nicht nur an unsere Redaktion, die darüber berichtete, sondern auch an Oberbürgermeister Thomas Geisel. Im Schreiben drückte Scholz die Verwunderung der Werstener über die Ausführung der Geländererhöhung aus. „So wie die Brücke jetzt aussieht, ist das eine Schande für die Stadt Düsseldorf“, schrieb Scholz.

Der Zaun war Anfang Juni aufgebaut worden. In den sozialen Medien wurde das Geländer nicht nur als „teure Lachnummer“ verspottet. Ulrich Scholz wies Geisel auf die Hässlichkeit des Provisoriums ebenso hin wie auf die Gefahr, dass dieser vorgebaute Zaun keine einheitliche Oberkante habe und beispielsweise Radfahrer mit einer Tasche oder ihrer Kleidung daran hängen bleiben könnten. Auch die scharfen Kanten an den Enden der Stabmatten seien im Falle eines Sturzes „eine erhebliche Verletzungsgefahr“.

Nachher: Nach den Protesten wurde die provisorische Sicherung wieder abgebaut. Foto: Ulrich Scholz

Ulrich Scholz hat Geisel überzeugt. Am Wochenende ließ die Stadt den Stabmattenzaun wieder abbauen. Der Werstener sagt: „Der Oberbürgermeister teilte meine Meinung, dass das furchtbar aussieht.“ Der Werstener glaubt, dass jemand im Amt für Verkehrsmanagement „kalte Füße“ bekommen hatte und es deshalb zu der wenig ansehnlichen Lösung gekommen sei.

Und in der Tat ist die Stadt seit 2013 zur Umsetzung einer EU-Richtlinie verpflichtet, die Brückengeländer an Fuß- und Radwegen zu erhöhen. Bei bestehenden Radwegen müssen die laut Stadt 1,20 Meter hoch sein, bei neuen Bauwerken 1,30 Meter. Um sich vor möglichen Schadenersatzforderungen — wie bei dem tödlichen Sturz eines Krefelders 2011 am Rheinufer — zu schützen, wollten die Verantwortlichen nun an 13 Brücken und einer Unterführung die Geländer erst mal provisorisch erhöhen. Kosten: 245 000 Euro.

Begonnen wurde mit der Straßenbrücke Helterhofer Schloßallee in Angermund. Auch dort ist man über die Konstruktion verwundert. Anschließend folgten die Sicherheitsmaßnahmen an weiteren Straßenbrücken, unter anderem an der Grafenberger Allee, Am Kleinforst/Vennhauser Allee, an der Einbrunger Straße, am Anschluss Uni-Süd/Brückerbach und eben am Mendelweg.

Noch nicht begonnen hatten bis zur Kritik der Werstener die Arbeiten an den Bauwerken an der Ellerkirchstraße und Rostocker Straße. Hier teilt ein Sprecher der Stadt mit: „Bei den noch anstehenden Erhöhungen werden weitere alternative Varianten gesucht.“ Wie es aus dem Rathaus heißt, werde sich Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke dazu bald Alternativen zu den hässlichen Doppelstabmatten anschauen.

Die kosten übrigens pro Meter 150 Euro, was Ulrich Scholz einen „stolzen Preis“ nennt. Der Designer hat sich informiert, wie man die Erhöhungen schöner gestalten könnte. So durch das Aufschweißen eines Handlaufes, sagt Scholz: „Das dürfte billiger sein.“ Er hat von einer guten Lösung gehört, die das Land für die Geländerhöhe an der Brücke über die A 46 am Südpark gewählt hat.