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Das Experiment Kirchenöffnung in Düsseldorf besteht ersten Test

Gottesdienst : Das Experiment Kirchenöffnung besteht ersten Test

Die Kirche St. Gertrud in Eller startet mit einem Messen-Wochenende statt dem einen großen Sonntagsgottesdienst.

„Es ist ein Experiment und ich hoffe wirklich, dass das eine Möglichkeit ist, um wieder Messen feiern zu können“, sagte Pfarrer Friedhelm Kronenberg am Freitag gegen Ende seines ersten Gottesdienstes unter neuen Bedingungen. Während die meisten Kirchen weiterhin geschlossen bleiben, erarbeitete die Kirche St. Gertrud in Eller ein Konzept, um an diesem Wochenende wieder Messen feiern zu können. Mithilfe von zusätzlichen Terminen, die über das Wochenende verteilt werden, soll die Anzahl der Besucher reduziert und der Abstand sichergestellt werden.

Auch die Messe selbst war von Sicherheitsmaßnahmen geprägt. Die 80 zugelassenen Gottesdienstbesucher saßen auf markierten Plätzen mit je einer Reihe Abstand. Die Weihwasserschalen waren leer, damit nicht alle in das gleiche Wasser fassen, und die Hostien wurden an den Plätzen verteilt statt vorne am Altar. Nachdem sich alle Besucher in eine Liste eingetragen hatten, um bei einem Coronafall den Infektionsweg nachverfolgen zu können, verließen sie Reihe nach Reihe durch die Seitenausgänge die Kirche. „So wirklich festliche Stimmung kommt nicht auf, aber es ist trotzdem schön, mal wieder eine Messe besuchen zu können“, sagte die zwölfjährige Paulina. Es gäbe einem wieder zumindest ein wenig Normalität und Struktur zurück. Es habe ihr gefehlt, gemeinsam zu singen und die Orgelmusik zu hören. Da bisher nur wenige Kirchen wieder öffneten, waren am Freitag auch viele aus anderen Gemeinden in Eller. Der 22-jährige Marko Schönfuß kam zum Beispiel aus Erkrath: „Es war schon kürzer und weniger feierlich als eine richtige Messe, aber ich fand gut, dass man versucht hat, nicht nur über Corona zu reden.“

 Die 80 zugelassenen Gottesdienstbesucher saßen auf markierten Plätzen mit je einer Reihe Abstand.
Die 80 zugelassenen Gottesdienstbesucher saßen auf markierten Plätzen mit je einer Reihe Abstand. Foto: David Young

Der wirkliche Test des Konzepts kommt erst noch

Die Verantwortlichen in St. Gertrud sehen sich ein wenig als Versuchskaninchen und sind sich des Restrisikos bewusst. Das Konzept für diese neue Situation soll immer weiter angepasst werden. Nach der Messe diskutierten die Organisatoren um den leitenden Pfarrer Joachim Decker darüber, wie man den Einlass noch optimieren kann, ohne den Sicherheitsabstand zu gefährden. Der erste Tag des Experimentes stimmte Decker dennoch positiv: „Alle Anweisungen wurden gut umgesetzt und akzeptiert. Auch die rund zehn Leute, die nicht mehr hereingelassen werden konnten, hatten Verständnis.“ Der wirkliche Test findet aber erst am Sonntag statt: Dann sollen sich die Besucher möglichst gleichmäßig auf vier Termine verteilen.