Verkehr: Das Düsseldorfer Radnetz wird massiv ausgebaut

Verkehr: Das Düsseldorfer Radnetz wird massiv ausgebaut

Durch 700 Ausbau-Maßnahmen soll in den nächsten Jahren ein attraktives Radhauptnetz entstehen.

Düsseldorf. Die Ampel-Koalition hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Der Anteil des Radverkehrs am ganzen Verkehrsaufkommen soll laut Kooperationsvertrag auf 25 Prozent gesteigert werden. Aktuell liegt er bei etwas mehr als zwölf. Radhauptnetz nennt sich das, was das Radfahren in Düsseldorf attraktiver machen soll. „Das Netz ist das zentrale Projekt der nächsten Jahre“, sagt Verkehrsdezernent Stephan Keller. Das Rad sei klar das bevorzugte Verkehrsmittel der Zukunft.

Eine Fachgruppe hat dazu zunächst ein Wunschnetz erstellt, das die Stadtteilzentren mit klaren Radverkehrs-Achsen untereinander verbindet. Auf die Karte der bestehenden Radwege wurde das dann übertragen, „um festzustellen, wo noch Lücken bestehen“, sagt Keller. Der Ausbau dieser Radverbindungen ist das, was am Ende das Radhauptnetz ergeben soll.

Dabei setzten die Planer vor allem auf Lösungen, die Straßen für Rad- und Autofahrer gleichermaßen befahrbar machen. Radwege im Seitenraum der Straßen, sprich auf auf dem Gehweg, sollen der Vergangenheit angehören und nur dort eingerichtet werden, wo keine anderen Lösungen möglich sind. Vor allem eins soll das neue Netz sein: umwegefrei. Genau wie mit dem Auto sollen Ziele mit dem Rad auf dem direkten Weg erreicht werden können. Dass das nicht ohne Einschränkungen für den Individualverkehr gehe, stehe außer Frage. „Wir sind durchaus bereit, anderen Verkehrsteilnehmern dafür auf die Füße zu treten“, so Keller.

Zum Radhauptnetz gehöre aber mehr, als nur gut ausgebaute Wege. „Abstellplätze und Radstationen sind genauso Teil des Konzeptes“, sagt Keller. Insgesamt sieht das Konzept zurzeit einen Katalog von mehr als 700 Maßnahmen vor, aus denen das 300 Kilometer lange Netz entstehen soll. Dass das einige Zeit in Anspruch nehmen wird, sei klar.

Die Bürger sollen an der Planungsphase aktiv beteiligt werden. Mindestens einmal jährlich solle eine Diskussionsveranstaltung stattfinden, bei der Fortschritt und anstehende Maßnahmen zur Debatte gestellt werden. Bei der Auftaktveranstaltung in der rappelvollen Aula der Luisenschule am Montagabend zeigte sich, dass das Thema durchaus die Gemüter der Radfahrer erhitzt.

Es wurde auch vor allem ein Wunsch deutlich: „Ich hoffe, dass das Fahrrad mit dem neuen Konzept zu einem gleichberechtigten Verkehrsmittel wird“, sagte etwa die Düsseldorferin Nele Waldert. Als Radfahrerin fühle sie sich immer im Nachteil. „Radfahrer werden von vielen Autofahrern als lästig angesehen“, sagt sie. Durch klare Regelungen und Kennzeichnungen, die Straßen sowohl für den Individual- als auch den Radverkehr ausweisen, erhofft sie Besserung.

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