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Das Dieterich Karree in Düsseldorf wird umfassend saniert

Stadtbild in Düsseldorf : Das Dieterich Karree wird saniert

Der Eigentümer Redevco will vor allem energetische Maßnahmen durchführen. Mieterhöhungen werden nicht ausgeschlossen.

Alles wirkt irgendwie wuchtig, der Zugang zu den Wohnhäusern erfolgt über einen Innenhof, der eine eigene, durchaus grüne Parallelwelt offenbart. Dennoch: So würde man heutzutage wahrscheinlich nicht mehr bauen. Aber als das Dieterich Karree an der Duisburger Straße 1978 errichtet wurde, gab es etwas Vergleichbares kaum. Zuvor war hier bis 1974 noch die Brauerei der Brüder Dieterich ansässig, die sich damals in Düsseldorf dem Altbier verweigerten – ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Es gab beim Dieterich Karree in den vergangenen Jahren zahlreiche Besitzerwechsel, Insolvenzen und eine Zwangsversteigerung. Der meistbietende, neue Eigentümer Pamera Cornerstone (für die Bayrische Versorgungskammer) möbelte die Einkaufspassage 2013 ordentlich auf, seitdem herrscht wieder Leben in den einst düsteren Gängen. Denn es ist ja alles da, was ein Shopping-Erlebnis so ausmacht: Aldi und Edeka, DM und Deichmann, ein Blumengeschäft und vieles mehr. Es gibt Gastronomie, Post und Sparkasse.

Im Vorjahr wurde der 38 000 Quadratmeter große Komplex mit Einzelhandelsflächen auf mehr als 11 000 Quadratmetern, einer riesigen Tiefgarage mit 660 Stellplätzen sowie fast 300 Wohnungen in neun Häusern mit 18 300 Quadratmeter Wohnfläche für mehr als 100Millionen Euro an einen von Redevco gemanagten Fonds veräußert. Redevco wiederum hat jetzt mit 3Komma1 einen neuen Immobilienservice für die Verwaltung engagiert. Und neben dem technischen und kaufmännischen Objektmanagement haben sich die beiden Partner gemeinsam die umfangreiche Aufwertung und Umgestaltung des Quartiers zur Aufgabe gemacht.

 Die neun Wohnhäuser gruppieren sich um einen grünen, verwinkelten Innenhof mit mehreren Freizeitangeboten.
Die neun Wohnhäuser gruppieren sich um einen grünen, verwinkelten Innenhof mit mehreren Freizeitangeboten. Foto: Marc Ingel

Neben einer neuen Innenhofgestaltung sind eine Vielzahl an Maßnahmen geplant, heißt es von Redevco. Neben der Aufwertung und Umgestaltung der Eingangsbereiche, der Treppenhäuser und Flue sind soll es vor allem auch energetische Maßnahmen wie eine umfassende Dachsanierung geben. Ziel sei es, das Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität für die Mieter und Besucher des Dieterich Karrees zu verbessern und die Energieeffizienz des Gebäudes nachhaltig zu optimieren.

Bei Sanierungsarbeiten gehen bei Mietern allerdings auch immer die Alarmglocken an: Müssen sie Mieterhöhungen befürchten? Generell müsse man bei Umbauarbeiten in dem Objekt unterscheiden zwischen Renovierungen und Sanierungen sowie Modernisierungen, heißt es vom Eigentümer. Renovierungen und Sanierungen, wie Redevco sie im Bereich des Innenhofs, der Eingangsbereiche, der Treppenhäuser und der Flure plant, seien Maßnahmen, welche die optische Attraktivität sowie die Wohnqualität deutlich steigern, aber dennoch nicht zu einer Erhöhung der Mieten der bestehenden Mietverhältnisse führen würden, erklärt eine Sprecherin. „Die Bestandsmieter profitieren also uneingeschränkt von diesen umfangreichen Investitionen.“

Ein wenig anders verhalte es sich bei den Modernisierungen, wie beispielsweise der Dachsanierung, insbesondere die Dämmung der Dachflächen. Hier würden die Mieter erfahrungsgemäß ebenfalls einen Mehrwert erhalten, zum Beispiel durch sinkende Heizkosten. „Redevco wird daher prüfen, ob – selbstverständlich ausschließlich im gesetzlich zulässigen Rahmen – Mietanpassungen notwendig werden.“ Innerhalb der Wohnungen renoviere, saniere und modernisiere Redevco nur, wenn ein Mieterwechsel stattfinde. „Somit folgt daraus keine Erhöhung einer bestehenden Miete“, so die Sprecherin.