Tag des Baums: Damit es in Zukunft noch Bäume gibt

Tag des Baums: Damit es in Zukunft noch Bäume gibt

Zum Tag des Baums wurde angepackt, in die Zukunft geblickt und eine Kapsel für die Nachwelt hinterlegt.

Düsseldorf. Innerhalb von 100 Jahren werden aus modernen Gegenständen historische Artefakte. Was einst der letzte Schrei war, ist dann bei den meisten nicht mehr als eine blasse Erinnerung. „Vielleicht wird das auch mit den Gedanken geschehen, die wir uns heute um unsere Umwelt und — besonders nach Orkan Ela — um unsere Bäume machen“, sagt Martin Kübes. Er ist der Pastoralreferent der Kirchengemeinde St. Nikolaus in Himmelgeist und hat mit der Baumschutzgruppe der alten Himmelgeister Kastanie ein Projekt initiiert.

Kirche und Baumschutzgruppe wollen ein Stück Gegenwart für die Nachwelt bewahren. Dazu haben sie eine stählerne Zeitkapsel gebaut, in der Gegenstände und niedergeschriebene Gedanken die Zeit überdauern sollen. Kinder der Grundschule St. Apollinaris und der Realschule Benrath sammelten Ideen, wie sie sich die Zukunft der Bäume vorstellen. Einige malten Bilder, schossen Fotos, eine andere Gruppe gestaltete Plakate.

Die Kunstprojekte kamen am Tag des Baumes in die Kapsel, ebenso alte Musikkassetten, ein Smartphone und unzählige persönliche Briefe der Himmelgeister. Zusätzlich wurden noch alle am vergangenen Samstag in Düsseldorf erschienenen Tageszeitungen in das Gefäß gelegt. Die Zeitkapsel wurde anschließend mit schweren Bolzen verschraubt — und an einem geheimen Ort auf dem Dachboden der Nikolauskirche versteckt.

In genau 100 Jahren, am 25. April 2115, soll das urnenartige Gefäß geöffnet werden. Dass das Versteck der Kapsel überliefert wird, darum kümmert sich die Kirchenarchivarin. „Für die Nachwelt sicher eine spannende Sache“, sagt Kübes.

Bewaffnet mit Gießkanne, Schippe und anderen Geräten haben zudem ein Dutzend Werstener Jonges und rund 30 Mitarbeiter der Provinzial den von Orkan Ela schwer gebeutelten Volksgarten am Samstagmittag auf Vordermann gebracht. Beim Einpflanzen, Säubern, Schneiden und Aufräumen bekamen sie fachkundige Beratung von Gartenmeister Markus Kötter und seinem Team.

Viel Arbeit bereitete dabei ein Feld-Ahorn, der am Wasserspielplatz Emmastraße eingepflanzt wurde — passenderweise der Baum des Jahres 2015. „Zudem kann er mit Trockenstress gut umgehen, was angesichts der Jahreszeit von Vorteil ist“, erklärte Gartenamtsleiterin Doris Törkel.

Neue Wildsträucher wurden gepflanzt, die den Wald neben dem Spielplatz wieder etwas dichter erscheinen lassen. „Die verheerenden Schäden des Sturms haben uns erschüttert. Deshalb ist die Wiederaufforstung ein wichtiges Anliegen für uns“, sagte Provinzialvorstand Peter Slawik. Allein in Düsseldorf hat das Unternehmen über 4300 Schäden, die durch Ela entstanden sind, reguliert — und 40000 Euro für neue Bäume gespendet.

„Die Hilfsbereitschaft von Firmen und Bürgern ist toll. Aber sie darf keine Eintagsfliege sein“, meinte Heinz-Leo Schuth, ehemaliger Bezirksvorsteher und neuer Baas der Werstener Jonges. Als Belohnung gab es für die fleißigen Helfer nach zwei Stunden Arbeit im Nieselregen ein üppiges Baustellenfrühstück — und ein großes Lob von Doris Törkel: „Von solch freiwilligem Engagement der Düsseldorfer werden wir getragen. Davon bin ich begeistert.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung