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Coronavirus: Das kulturelle Leben in Düsseldorf steht still

Coronavirus : Kulturelles Leben in Düsseldorf steht still

Nach Oper, Schauspiel und Tonhalle, schließen nun auch weitere Kulturorte.

Nicht nur das kulturelle Leben der Stadt hält den Atem an. Aber auch. Zuletzt wurde angekündigt, dass neben Theatern und Spielstätten, die schon zuvor ihren Spielbetrieb eingestellt hatten – so Oper, Tonhalle und Schauspielhaus –, auf Empfehlung des Ministerpräsidenten auch weitere Kulturorte ihre Tore für den Publikumsverkehr schließen. Zudem schließen verbindlich alle Kultureinrichtungen des Landes, zunächst bis zum 19. April.

Thomas Geisel sprach in seiner Pressekonferenz am Freitagnachmittag zudem von allen (städtischen) Kultureinrichtungen. Das heißt auch alle Museen, Büchereien, Volkshochschule, Musikschulen und so weiter. Ein – zumindest in der jüngeren Geschichte – einmaliger Vorgang, was zur Konsequenz hat, dass das gesamte kulturelle Leben der Stadt suspendiert wird. Aber die Gesundheit der Bevölkerung, das Verlangsamen der Ausbreitung des Coronavirus hat Vorrang. Kultur, die in schweren und schwersten Zeiten Trost und ästhetische Reflexion liefern konnte, ist schlagartig dieser sozialen Funktion enthoben. Wenngleich – vergleichbar dem Biedermeier – der Rückzug ins Private immer noch bleibt. Manche Institutionen denken auch darüber nach, medial, etwa per Video, ihre Kunst weiterhin an das Publikum zu bringen – trotz Schließungen.

Als Ergebnis eines einvernehmlichen Dialoges zwischen Intendanten der drei großen Spielstätten – Michael Becker, Christoph Meyer und Wilfried Schulz – und dem Oberbürgermeister wurde schon zuvor der Spielbetrieb der Häuser vorerst bis zum 2. April eingestellt. Die Häuser wollten indes nicht in Betriebsferien gehen, sondern ihre Arbeit ohne Publikum fortsetzen, weiter an Produktionen arbeiten oder die Planungen für kommende Aufführungen fortführen. „Somit bleibt das Haus lebendig, wenngleich wir auf besondere Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiter und Künstler achten“, sagte beispielsweise Generalintendant Schulz in Bezug auf sein Haus. Ähnliches ließ auch die Oper verlauten. Den Kontakt zu ihren Besuchern will das Schauspielhaus durch mediale Formate weiter aufrechterhalten, hieß es. Und die Tonhalle teilte am Donnerstag mit, dass man Musik weiter machen wolle. „Daran, wie wir sie nach außen tragen können, arbeiten wir“, hieß es in einem Statement von Intendant Becker.

Am Freitag kommen unter anderem Schließungen folgender Häuser dazu: Das Tanzhaus NRW (tanzhaus-nrw.de) folgt der Empfehlung des Ministerpräsidenten und bleibt ab Samstag, 14. März, bis auf Weiteres geschlossen. Dies betreffe sowohl die Bühnenveranstaltungen wie auch den Kurs- und Workshopbetrieb. Alle Modalitäten zu klären, die in Zusammenhang mit der Schließung und ausfallenden Veranstaltungen stehen, wird einige Tage in Anspruch nehmen, hieß es. Auch das FFT teilte mit, seine Veranstaltungen bis zum gleichen Datum auszusetzen.

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (kunstsammlung.de) schließt ab dem 14. März bis 19. April ihre beiden Standorte K20 und K21. Die Schließung beinhaltet, dass alle geplanten Veranstaltungen in dem angegebenen Zeitraum nicht stattfinden. Die Ausstellungseröffnung „Charlotte Posenenske: Work in Progress“, die für den 2. April geplant war, ist abgesagt.

Auch der Kunstpalast und somit auch der Betrieb des Robert-Schumann-Saals pausiert, beispielsweise.

Weitere Informationen finden sich auf den Webseiten der jeweiligen Institutionen.