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Corona-Demo in Düsseldorf: Verkehrsprobleme, Strafverfahren und Regelverstöße

Tausende Teilnehmer : Corona-Demo in Düsseldorf: Verkehrsprobleme, Strafverfahren und Regelverstöße

Der Protestzug von Gegnern der Corona-Maßnahmen in Düsseldorf sorgte für spürbare Verkehrsprobleme, hinzu kam eine weitere Demo. 73 Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung wurden geahndet, drei Strafverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.

(nic) Eine Demonstration gegen die geplante Impfpflicht hat am Samstag in Düsseldorf für erhebliche Verkehrsprobleme in der Innenstadt gesorgt. Der Protestzug mit rund 7000 Teilnehmern zog am Nachmittag vom Johannes-Rau-Platz aus durch die Innenstadt. An acht Punkten der Strecke gab es angemeldete Gegenkundgebungen.

Die Polizei leitete nach eigenen Angaben drei Strafverfahren wegen Körperverletzung ein. Es habe sich um Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Altstadt-Besuchern gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Zum genauen Hergang der Vorfälle konnte er nichts sagen; es sei aber niemand ernsthaft verletzt worden. Der Ordnungs- und Servicedienst der Stadt und die Polizei ahndeten zudem 73 Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung.

Die Rheinkniebrücke wurde schon vorsorglich stadteinwärts gesperrt, um an der Abfahrt keinen problematischen Rückstau entstehen zu lassen. Trotzdem entstanden an zahlreichen Teilen der Strecke lange Wartezeiten. Viele Autofahrer in kleineren Nebenstraßen mussten rund eine Stunde im Auto sitzen, während der Protestzug vorbeiging.

Die Demonstranten hatten Schilder dabei, auf denen Forderungen wie „Kein Impfzwang“ standen, und wiederholten den Sprechchor: „Friede, Freiheit, Selbstbestimmung“. Vor dem Start wies ein Sprecher seine Mit-Demonstranten per Lautsprecher-Durchsage auf die Maskenpflicht hin: „Auch wenn wir alle wissen, dass das Blödsinn ist, möchte ich euch bitten, euch daran zu halten.“ Zahlreiche Teilnehmer verzichteten aber auf die Masken oder trugen sie unter dem Kinn.

Die Gegen-Demonstranten hatten ebenfalls Schilder und Transparente dabei, auf denen unter anderem stand: „Ihr seid in Düsseldorf nicht willkommen.“ In Sprechchören riefen sie dem Demonstranten zu: „Wir sind geboostert.“ Vor Ort bei den Gegendemonstrationen dabei waren unter anderem die Politiker Martin Volkenrath (SPD) und Stefan Engstfeld (Grüne).

An Nachmittag begleitete die Polizei zudem eine kurdische Demonstration mit bis zu 400 Teilnehmern von der Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Grabbeplatz. Es kam auch hier zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsrecht wurde ein Verfahren eingeleitet.