Düsseldorf: Conzen: „Kunstpalast ist kein internationales Museum“

Düsseldorf : Conzen: „Kunstpalast ist kein internationales Museum“

Kulturausschuss-Vorsitzender Friedrich Conzen (CDU) sieht im Haus am Ehrenhof eine lokale Größe.

WZ: Herr Conzen, welche Vorstellungen haben Sie zum Museum Kunstpalast? In früheren Jahren diskutierte man, das Haus global und zugleich lokal auszurichten. Ihr Parteikollege Alexander Fils schwärmte einst im Kulturausschuss, man müsse alle Kontinente einbeziehen? Wie sehen Sie das Flaggschiff am Ehrenhof?

Friedrich Conzen: Ich persönlich glaube, dass es kein internationales Museum ist. Wir haben das große Glück, dass es die Landessammlung in Düsseldorf gibt. Dazu können wir keine Konkurrenz aufbauen. Diese Zeit ist vorbei. Ich meine, wir sind ein nationales Museum, und der Schwerpunkt muss lokal liegen.

Was heißt das?

Conzen: Es geht um die Kunst in und um Düsseldorf. Wir haben die Düsseldorfer Malerschule und die Düsseldorfer Schule. Ich würde mich stark an die Akademie anlehnen. Darin würde ich den Schwerpunkt der Ausstellungen legen.

Aber dafür gibt es doch die Kunsthalle und das KIT, Kunst im Tunnel. Wo machen Sie da den Unterschied?

Conzen: Kunsthalle und KIT sollen die ganz modernen Sachen machen. Eine Kunst also, bei der man nicht genau weiß, was daraus wird. Wenn die Künstler schon gestandene Leute sind, gehören sie in den Kunstpalast. Darauf soll man sich konzentrieren. Wir können nicht alles machen.

Wie kann sich der Kunstpalast gegen andere Häuser abgrenzen, in Köln, in Essen, in Bonn, wo man sehr gezielt die Düsseldorfer Szene beachtet und auch kauft?

Conzen: Wir haben keine klassische Moderne wie die Landessammlung, keine Pop-Sammlung und keine Picassos wie das Museum Ludwig und kein Mittelalter oder Barock wie das Wallraf-Richartz-Museum. Aber wir haben die Kunstakademie. Darauf müssen wir aufbauen.

Die Studenten brauchen auch Anregungen. Die haben sie in Dresden, Berlin, München, Amsterdam etc. Es ist ein Verdienst von Beat Wismer, dass er eine Ausstellung mit dem spanischen Barockmalerer Francisco de Zurbarán wagt. Betreibt man nicht Nabelschau, wenn man nur an die Akademie denkt?

Conzen: Zurbarán ist ein toller Künstler. Aber was hat er mit Düsseldorf zu tun? Ich verstehe die Idee, dass man auch einmal über den Tellerrand gucken muss und deshalb international wichtige Ausstellungen machen sollte. . .

Aber?

Conzen: Düsseldorf ist das Dorf an der Düssel. Und ab und zu weht der internationale Wind einer Großstadt. Deshalb fühle ich mich hier so wohl.