CC-Präsident Michael Laumen kürte das neue Prinzenpaar

Karneval : Prinz Axel I. und Venetia Jula regieren die Jecken

Knapp 1000 Gäste kamen in die Stadthalle, um das neue Prinzenpaar zu begrüßen, das sich sehr gut präsentierte. Trotz großer Nervosität bei der Ansprache.

Die Prinzenpaarkürung ist wohl einer der emotionalsten Momente in der Regentschaft der Tollitäten. Denn im Gegensatz zu fast allen anderen Veranstaltungen während der Session sind sie hier die Hauptperson. Aber eins ist auch klar: Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei und nun wird es ernst.

Und der Teil, auf den alle gewartet hatten, begann um 20.37 Uhr mit dem Einmarsch des Prinzenpaares in die Stadthalle. Erst zogen die Vertreter aller dem Comitee Carneval angeschlossenen Vereine mit den Fahnen ihrer Gesellschaften in den Saal, gefolgt von drei Musikzügen und den Garden von Blau-Weiss und Rot-Weiss. Und natürlich durfte auch der obligatorische Konfettiregen nicht fehlen, als die Hauptakteure endlich den Saal betraten. Die beiden nahmen sich auf dem Weg zur Bühne jede Menge Zeit und begrüßten so ziemlich jeden mit Handschlag oder Bützchen, der ihnen irgendwie bekannt vorkam.

So dauerte es auch noch knapp 20 Minuten, bis der offizielle Teil des Abends über die Bühne ging. Oberbürgermeister Thomas Geisel, CC-Präsident Michael Laumen und CC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann überreichten die Insignien. Und dann verkündete Laumen den so wichtigen Satz: „Kraft meines Amtes erkläre ich Axel Both nun zu Prinz Axel I. und Jula Falkenburg zu Venetia Jula.“ Ein Goldregen unterstrich die Wichtigkeit dieses Satzes.

300 Kinder der SingPause eröffneten bei der Prinzenpaarkürung den Abend in der ausverkauften Stadthalle. Dafür gab es natürlich reichlich Applaus. Foto: David Young

Natürlich gab es vom OB einen riesigen Blumenstrauß und bei der Übergabe machte er sich Sorgen, ob die Venetia diesen überhaupt tragen könne und leistete sich unbewusst eine doppeldeutige Bemerkung: „Du wirst das schon schaffen, du bist ja schließlich kräftig.“ Dieser Satz sorgte zumindest im Publikum für ein paar Bemerkungen.

Die Promis sind begeistert vom neuen Prinzenpaar

Nun kam endlich auch das neue Prinzenpaar zu Wort und Axel I. sorgte direkt mit einer lustigen Aussage für jede Menge Lacher: „Ich bin so furchtbar nervös.“ Und Nervosität endet bei ihm offensichtlich in einem Redeschwall, denn jetzt legte er los, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Er erzählte wie er zum Karneval gekommen ist, sein kompletter Werdegang bis hin zum Prinzenjob. Allerdings kam er dabei sehr witzig und humorvoll rüber und man kann davon ausgehen, dass sich der Prinz und die Bühne in den kommenden Monaten hervorragend verstehen werden. Beinahe hätte er allerdings die Ordensübergabe vergessen, doch wofür hat man schließlich seine Adjutantur um Chef Rolf Förster, die einen solchen Fauxpas niemals zulassen würde.

Jula kam natürlich auch zu Wort und sagte: „Eigentlich wollte ich immer die freche Pippi Langstrumpf und niemals die brave Venetia sein.“ Sie fand über das Amazonenkorps zum Karneval.

Die Promis waren begeistert vom neuen Prinzenpaar. Stefan Adam, Geschäftsführer der DEG, meinte: „Man sieht, dass Axel und Jula richtig viel Spaß bei ihrem Job haben. Und das bringen sie auch auf der Bühne rüber.“ Sven Lorig, Moderator beim Morgenmagazin im ZDF und Rosenmotagszug-Kommentator, sagte: „Ich habe zwar selten einen Prinzen gesehen, der so nervös war, aber ich bin sicher, dass die beiden die Säle rocken werden. Sie sind beide so unglaublich sympathisch.“

Auch das Programm, das Moderator Stefan Kleinehr zusammengestellt hatte, überzeugte die Jecken. Martin Schopps und vor allem Volker Weininger als betrunkener Sitzungspräsident sorgten für jede Menge Lacher. Für die musikalische Unterhaltung sorgten unter anderen die Swinging Funfares, die Rhythmus Sportgruppe, die KG Regenbogen und Kokolores.

Für Verwunderung sorgte allerdings ein Einsatz des Zolls vor der Veranstaltung. Bei einer Razzia überprüften 30 Beamte die Mitarbeiter in der Stadthalle auf Schwarzarbeit und das Security-Personal auf die nötigen Sachkundenachweise. Laut Zoll-Sprecher Michael Walk handelte es sich um eine verdachtlose Kontrolle. Ob sie fündig wurden, war bisher noch nicht klar.

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