Carlsplatz in Düsseldorf liefert Einkäufe zu den Kunden nach Hause

Handel : Carlsplatz liefert jetzt Einkäufe zu den Kunden nach Hause

Den neuen Service übernimmt das Düsseldorfer Unternehmen Incharge, das den Warenverkehr in der Innenstadt insgesamt neu organisieren will.

Der Carlsplatz geht neue Wege in Richtung moderne Einkaufswelt. An den nächsten fünf Samstagen vor Weihnachten können sich die Kunden der Markthändler ihre Einkäufe innerhalb Düsseldorfs nach Hause liefern lassen. Kostenlos.

Den Service bietet die Händlergemeinschaft gemeinsam mit Incharge an, eine Marke der Düsseldorfer ABC-Logistik GmbH. Wer die Dienstleistung in Anspruch nehmen will, muss sich zunächst beim Bezahlen am Stand eine Nummer geben lassen. So soll sichergestellt werden, dass nur Carlsplatzkunden das Angebot nutzen können. Die jedoch können auch andere Einkäufe mit abgeben, wie Michael te Heesen von Incharge im Gespräch mit unserer Redaktion durchblicken lässt. Von 8 bis 16 Uhr ist dann die Abgabe an einem Kühlwagen, der im breiten Quergang geparkt wird, möglich. Bei einem Incharge-Mitarbeiter wird die Adresse hinterlegt und der Lieferzeitpunkt zwischen 16 und 19 Uhr verabredet. Die Düsseldorfer können ihre Einkäufe allerdings auch nur zur Aufbewahrung abgeben und dann bis 16 Uhr wieder abholen.

Den Hintergrund aus Sicht des Carlsplatzes erklärt Geschäftsführer Heiner Röckrath. „Wir wollen unseren Kunden ein besseres Einkaufserlebnis bieten.“ Vor allem dem Online-Handel wolle man etwas entgegen setzen. Falls der Versuch in den nächsten fünf Wochen gut funktioniere, könne er sich eine Ausweitung ins nächste Jahr hinein sehr gut vorstellen.

Darauf hofft auch Michael te Heesen von Incharge. Zumindest an den Samstagen sollte es aus seiner Sicht möglich sein, den Service weiter anzubieten, irgendwann möglichst auch täglich.

Doch wie nachhaltig ist es, wenn die Kunden ihre Einkäufe nicht direkt mit nach Hause nehmen, sondern für die Waren ein zusätzlicher Weg zurückgelegt werden muss? Te Heesen erläutert seinen Ansatz wie folgt: Erstens sollen Kunden so in die Lage versetzt werden, dass sie nicht mehr mit dem Auto in die Stadt fahren müssen. Zweitens will er auf den Online-Handel reagieren, indem er dessen Vorzüge mit der Beratung und dem Ausprobieren vor Ort kombiniert.

Incharge spart nach eigenen Angaben 50 LKW-Fahrten pro Tag

Fast genau ein Jahr ist die Markteinführung von Incharge her. Das Versprechen ist nach wie vor, die Logistik in der Innenstadt effizienter und nachhaltiger zu organisieren. Im Kern soll die Warenlieferungen in die Innenstadt gebündelt werden. Te Heesen gibt zu, dass er gerne schneller wachsen würde und sich noch nicht die ganz große Dynamik entfaltet habe. Immerhin 100 Kunden konnten gewonnen werden. Die Hälfte sind Einzelhändler, darunter Traditionsgeschäfte wie Foto Kochs und Franzen an der Königsallee. 500 Sendungen kommen laut Te Heesen pro Tag im Lager von Incharge im Hafen an, die dann auf zehn Touren möglichst mit Elektrofahrzeugen in die City verteilt werden. „So sparen wir täglich etwa 50 LKW-Fahrten in die Stadt ein.“ Den Händlern soll es zudem erspart werden, mehrmals am Tag Lieferungen entgegen nehmen zu müssen. Sie können nun sogar den genauen Zeitpunkt bestimmen.

Incharge bietet Unternehmen weitere Entlastungsmodelle an. So lagert zum Beispiel das Schauspielhaus Kulissen ein, die für Gastspiele sogar international an Spielstätten transportiert werden. Für den Weinstand auf dem Carlsplatz Concept Riesling übernimmt der Logistiker sowohl die passgenaue Bestückung als auch die direkte Lieferung zum Kunden nach Hause, was auch bei Anderweinig und zum Teil auch schon bei Franzen möglich ist.

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