Düsseldorf: Car-Sharing: Angebot am Stadtrand schrumpft

Düsseldorf: Car-Sharing: Angebot am Stadtrand schrumpft

Nach DriveNow hat jetzt auch Car2go sein Geschäftsgebiet verkleinert. Betroffen sind Kunden zumeist in Flingern, Stockum und Reisholz.

Düsseldorf. DriveNow hat es im Dezember vorgemacht, seit gestern ist auch das Geschäftsgebiet des Autovermieters Car2go in Düsseldorf deutlich geschrumpft. Betroffen sind Kunden unter anderem in Stockum, Unterrath, Lierenfeld, Eller, Vennhausen, Reisholz und Benrath. Ganz verschwunden von der Car2go-Landkarte sind auch Hilden und Neuss (bis auf einen Bereich in der Innenstadt).

„Wir wollen damit die Fahrzeugverfügbarkeit verbessern“, erläutert Firmensprecherin Isabel Eipper den Rückzug aus Gebieten am Stadtrand. Durch die Konzentration der Flotte in der City könne die Wirtschaftlichkeit verbessert werden und die Nachfrage dort besser bedient werden, wo sie höher sei. Jede zweite Anfrage nach einem Fahrzeug habe demnach im zentralen Stadtgebiet in der Vergangenheit abgewiesen werden müssen, weil kein Wagen vorhanden gewesen sei. Wie auf einem Radarschirm sei in den vergangenen Wochen deshalb analysiert worden, wo die Resonanz besonders hoch — und wo sie entsprechend niedrig war.

Ergebnis: Acht bis zehn Mieter pro Auto und Tag gab es in der City, zwei bis drei nur in den jetzt geopferten Bereichen. Dort sind die Fahrzeuge nun abgezogen worden. Technisch präziser ausgedrückt: Kunden können ihre angemieteten Wagen dort nicht ausloggen, wenn sie dort, beispielsweise nach Feierabend, parken wollen. Die Kosten-Uhr würde sozusagen weiterlaufen. Nutzer, die in Straßen entsprechender Bereiche wohnen, sind von dem Unternehmen per Mail über den Einschnitt informiert worden.

Beide großen Car-Sharer betonen, dass es den Unternehmen um Wirtschaftlichkeit und eine präzisere Bedienung der Kunden gehe denn um einen möglichen Rückzug. Car2go hatte Ende vergangenen Jahres 20 000 Kunden in Düsseldorf, jetzt sind es in Köln und Düsseldorf zusammen 50 000. Die Flotte mit 250 Autos (plus 350 in Köln) ist im Rheinland gleich geblieben. „Unser Geschäft läuft nach wie vor gut“, sagt auch DriveNow-Sprecher Michael Fischer. 40 000 Kunden habe man pro Tag in Düsseldorf. 33 000 wurden noch im vergangenen Jahr genannt. Fischer: „Es kommen jeden Tag zwischen 80 und 100 dazu.“ Eine Aussage über die Wirtschaftlichkeit der Standorte liefern diese Zahlen allerdings nicht.