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Campino von den Toten Hosen mag die Düsseldorfer Antilopen-Gang

Musik : Neues Album der Antilopen-Gang: Campino und Sammy mögen diesen Rap

Das neue Album der Antilopen-Gang kommt bald. Musiker-Kollegen wie die Toten Hosen und die Broilers sind schon mal begeistert.

Die Antilopen Gang veröffentlicht ihr neues Album – und auch die hiesigen Musikerkollegen von den Toten Hosen und den Broilers hören zu. Stellt sich die Frage: Ist Rap etwa der neue Punk? Gerade in einer Stadt wie Düsseldorf, in der zu Tagen des „Ratinger Hof“ die Vorlage aus England und den USA aufgenommen und der deutschsprachige Punk erfunden wurde?

Sammy Amara, Frontmann der Broilers, sagt dazu: „Ich möchte nicht entscheiden müssen, was der neue Punk ist und demnach auch nicht, was nach Düsseldorf passt und was nicht. Ich bin froh, dass die Jungs hier sind und freue mich über alles, was das Spektrum weiter macht. Den eigenen Furz zu atmen ist doch auf Dauer etwas lähmend.“ Zudem gebe es da noch so Einiges in dem Bereich, das er gut finde: „Wenn wir uns zum Beispiel vor der Show warm machen, geht es nicht ohne „Public Enemys ‚Harder Than You Think’. Und wenn wir nachts im Bus die Stadt verlassen, laufen von ‚Odisee - Ready to rock’ und von ‚Ice Cube - Good Cop Bad Cop’. Und zwar immer.“

Sammy Amara, Frontmann der Punkrock-Band „Broilers“, ist froh um die musikalische Vielfalt in der Stadt. Foto: Thomas Frey

Auch Campino zeigt sich als Fan jener Rapper, die er und seine Band vor ein paar Jahren aufs eigene Label JKP holten: „Ich finde sie genial und sie sind eine absolute Bereicherung für das Label. Cooler Hiphop mit intelligenten Texten, nie eine Auseinandersetzung aus dem Wege gehend, wenn es sein muss.“ Kurzum: „Ein Glücksfall!“ Die Entscheidung, die Antilopen Gang ins Boot zu holen, sei eben auch für alte Punks wie die Hosen logisch gewesen. „Wir waren jung und brauchten das Geld“, scherzt Campino zwar zunächst, schiebt dann aber hinterher: „Im Ernst: Es ist immer wieder schön, in der Musik Brüder im Geiste zu treffen. Und wenn sich die Gelegenheit zu einer Zusammenarbeit ergibt oder die Möglichkeit, einer jungen Band helfen zu können, die uns selbst sehr gefällt, dann nehmen wir das sehr gerne wahr. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wenn ein Familienbetrieb die Generation wechselt, aber eben doch alles unter einem Dach bleibt.“

Campino selber möge Rap übrigens „sehr gerne.“ Und: „Ich bin über meinen Sohn, der kaum etwas anderes hört, immer auf dem neuesten Stand. Zurzeit läuft bei uns im Haus also vor allen Dingen Grime. Düsseldorf hat immer wegweisende Bands aus allen möglichen Genres hervorgebracht und deshalb können wir froh darüber sein, dass die Antilopen mit dieser Stadt verwachsen sind.“ Auch verbinde er bereits das eine oder andere besondere Erlebnis mit dem Rap-Trio: „Ich war vor Jahren bei einer Show von ihnen im Berliner SO36 und es hat viele Erinnerungen in mir an die Zeit in Berlin Mitte der 80er Jahre hervorgerufen. Interessanterweise kam der Auftritt der Antilopen mit einer solchen Wucht daher, dass ich die Intensität der wilden Abende von früher in dieser Nacht genauso wieder spüren konnte.“

Sammy Amara, der die Rap-Kollegen in der internen JKP-Hierarchie augenzwinkernd „zwischen dauernder Last und Firmenleitung“ sieht, hat gar zu jedem einzelnen Mitglied der Antilopen-Gang ein spezielles Verhältnis: „Koljah hat eine größere CD-Sammlung als ich und sammelt zudem ‚Das lustige Taschenbuch’ von Disney.“ Und das „eigentlich schon obsessiv“. Danger Dan wiederum habe ihm einmal gesagt, dass er mit ihm ins Fitnessstudio „pumpen“ gehen wolle. „Er sagte, er sei an Bodybuilding interessiert – ist aber bis heute nicht aufgetaucht.“ Und Panik Panzer? „Mit ihm habe ich mich mal gestritten und wieder vertragen. Er ist frech, aber dennoch ein Ehrenmann.“ Klingt alles weniger nach „Abbruch, Abbruch“ denn nach wahrer Zuneigung.

Campino, der Sänger der Toten Hosen, hört allein durch seinen Sohn zu Hause viel Rap. Foto: dpa/Caroline Seidel

Das neue Antilopen-Gang-Album „Abbruch, Abbruch“ ist ab jetzt  erhältlich.