Düsseldorf-Lörick: Campingplatz: (K)eine saubere Sache?

Düsseldorf-Lörick: Campingplatz: (K)eine saubere Sache?

Im Vergleichsportal camper.info schneidet die Löricker Anlage schlecht ab. Die WZ besuchte den Platz und Pächter — unangemeldet.

Lörick. Lutz Binder war auf der Durchreise. Drei Nächte verbrachte er mit seinem Wohnwagen auf dem Campingplatz in Lörick — in seinen Augen war das aber schon viel zu lang. „Der Platz ist in einem katastrophalen Zustand“, meint er. „Dort gibt es eine Kaninchenplage. Überall auf dem Platz liegt Kaninchenkot. Das ist gesundheitsschädigend, weil Myxomatose übertragen werden kann“, so Binder weiter. Auch die sanitären Anlagen seien eine Zumutung. „Ein Aushängeschild für Düsseldorf ist dieser Platz nicht.“

Auch auf dem Internet-Vergleichsportal camper.info erreicht die Düsseldorfer Anlage lediglich 1,78 von 5 Sternen. In der Kritik steht vor allem das Toiletten- und Duschhaus: „Die sanitären Anlagen verdienen die Bezeichnung nicht. Sehr in die Jahre gekommen und abgewirtschaftet“ — „Das Waschhaus ist eine Zumutung auch für Hartgesottene“ oder „So eine Unsauberkeit haben wir in all unseren Camperjahren noch nie erlebt“, heißt es von den Campern.

Jürgen Kürten, der Pächter des Düsseldorfer City-Campingplatzes Lörick-Rheinaue, weiß um die schlechte Kritik im Netz, nimmt es aber gelassen. „Die meisten Leute, die sich über die Sanitäranlagen aufregen, sind einfach keine Camper“, sagt er. Der Platz sei gepflegt und das Sanitärhäuschen werde täglich gereinigt.

Bei einer Besichtigung der sanitären Anlagen sind die Toilettenkabinen in der Tat sauber, lediglich Papier muss neu aufgefüllt und der Mülleimer im Vorraum geleert werden. Die Duschkabinen sind eng und wirken in die Jahre gekommen, von einer Zumutung kann aber keine Rede sein. „Das Sanitärhaus wurde 2000 gebaut. Abnutzungserscheinungen sind nicht auszuschließen, die Anlagen werden schließlich täglich mehrfach benutzt“, sagt er.

Die Kritik der Camper, dass der Platz für diesen Standard deutlich überteuert sei, weist Kürten zurück. „Im Osten sind vielleicht einige Campingplätze günstiger, aber sonst liegen wir im Mittelfeld“, sagt er. Eine Familie mit zwei Kindern im Wohnmobil zahlt auf Kürtens Anlage im günstigsten Fall 29 Euro zuzüglich Nebenkosten (Stromanschluss, Strom). Im Vergleich: Wenige Kilometer weiter in Meerbusch zahlt die Familie in der Hochsaison mehr als 40 Euro zuzüglich Nebenkosten.

Dass viele Kaninchen auf dem Platz herumlaufen, nimmt Kürten hin. „Na, was soll ich denn machen? Kaninchen gehören zur Natur“, sagt er. „Ein echter Camper würde sich auch nie um Kaninchenkot scheren“, sagt er.

Ein Dauercamper, der die Sommermonate auf dem Platz verbracht hat, sieht es ähnlich: „Wenn Kinder hier auf der Anlage herumtoben und die Kaninchen sehen, freuen sie sich immer“, sagt er. Das Leben auf dem Campingplatz sei nicht sehr komfortabel, „aber wer Luxus will, muss sich ein Hotelzimmer nehmen.“ Er wisse aber auch, dass einige Camper sehr unzufrieden mit dem Platz sind. „Die wollten sich sogar bei der Stadt beschweren“, sagt er.

Doch dort sind keine Beschwerden eingegangen. „Dementsprechend sehen wir auch keine Veranlassung, dort einzugreifen“, sagt Stadtsprecher Volker Paulat. Es sollte im Eigeninteresse des Pächters sein, den Platz so in Schuss zu halten, dass Camper gerne wiederkommen. Die Stadt könne und wolle sich dabei nicht einschalten.

Jürgen Kürten hält an seinem Konzept fest. „Es gibt immer noch genug Camper, die gerne hierher kommen“, sagt er. Das sind dann vermutlich die echten Camper.