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Düsseldorf: Bürokratie bremst Projekt: Kö-Eisbahn gerät in Zeitnot

Düsseldorf : Bürokratie bremst Projekt: Kö-Eisbahn gerät in Zeitnot

Investor Bruch fürchtet zu langes Verfahren, um schon 2017 loszulegen. Stadt weist Kritik zurück.

Düsseldorf. Mit viel Tamtam wurde im Januar die neue Rieseneisbahn (1700 Quadratmeter) von DEG und Oscar Bruch präsentiert, die ab November auf dem Corneliusplatz stehen soll. Doch ob in diesem Jahr daraus was wird, ist fraglich — denn das Projekt ist in die Mühlen der Bürokratie geraten.

Dabei steht OB Thomas Geisel gleichsam persönlich für die große Lösung am Nordende der Kö (die Variante des langjährigen Eisbahnbetreibers Titus Jacobs fiel bei einem Rathaus-Gipfel dagegen durch). Doch Investor Bruch ist trotzdem längst in Hab-Acht-Stellung, weil ihm alles zu langsam läuft. Zwar wurden erste Auflagen seitens der Stadt gleich wieder abgeräumt, doch einen Vertrag mit Bruch gibt es immer noch nicht. Also fürchtet der, nicht mehr rechtzeitig mit der Sponsoren und Kundenakquise loslegen zu können.

Hauptbremser soll die Denkmalbehörde des Landes sein. Die Stadt legte der die Pläne vor, Anstoß erregte die große Gastrofläche Almhütte am Nordende der Bahn. Bruch reduzierte sie freiwillig auf ein Geschoss, aber der bayrische Anstrich störte die Denkmalschützer. Die bei der Stadt zuständige Gründezernentin Helga Stulgies berichtete gestern dazu im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen: „Die Denkmalbehörde hat uns eine Duldung zugesagt, wenn das Gastro-Gebäude äußerlich einen historischen Düsseldorf-Bezug bekommt.“ Den soll nun in Windeseile Wagenbauer Jacques Tilly kreieren (nicht baulich umsetzen), nächste Woche erwartet Stulgies seinen Entwurf. Für die CDU ist das alles ein schlechter Witz: „Warum hat man die Bedenken der Denkmalbehörde hier nicht einfach mal ignoriert?“, fragte Rüdiger Gutt. Und Olaf Lehne befand: „Die Verwaltung verpennt dieses für die Stadt so tolle Projekt.“

Stulgies wiederum wehrte sich gegen die Kritik — auch von Bruch. Ungewöhnlich deutlich konterte sie die: „Ich kann nicht verstehen, dass der Investor ständig jammert. Wir unterstützen ihn massiv und arbeiten bei diesem Projekt ungewöhnlich schnell.“

Am Rande der Ausschusssitzung wurden auch die Benutzerpreise für die neue Kö-Eisbahn bekannt, so sie denn 2017 kommt. Erwachsene zahlen 7,50 Euro, Kinder (aber nur bis acht Jahre) fünf Euro. Ein Paar Schlittschuhe leihen kostet fünf Euro. Gegenüber den bisherigen Eisbahn-Preisen ist das ein erheblicher Anstieg.