Stadtteile Der Bürgerverein in Düsseldorf-Heerdt ist gerettet

Düsseldorf · Clemens Sökefeld fand in Roswitha Schäfer eine Nachfolgerin als Vorsitzende des Vereins.

 Roswitha Schäfer ist die neue Vorsitzende des Bürgervereins Heerdt. Sie löst Clemens Sökefeld ab und ist die erste Frau an der Spitze des Vereins.

Roswitha Schäfer ist die neue Vorsitzende des Bürgervereins Heerdt. Sie löst Clemens Sökefeld ab und ist die erste Frau an der Spitze des Vereins.

Foto: Helga Meister

Es wird immer schwieriger, Ehrenamtler zu finden, die einen Bürgerverein mit 400 Mitgliedern und unzähligen Wünschen und Protesten führen wollen. Als Clemens Sökefeld vor fünf Jahren die Verantwortung von Herbert Rozynski übernahm, wollte er nur ein Jahr bleiben. Doch der IT-Spezialist stieß bei den Mitgliedern auf taube Ohren. Auf der Jahreshauptversammlung im Gemeindesaal Baldurstraße erklärte er unmissverständlich, der Verein müsse aufgelöst werden, wenn sich kein Nachfolger meldet. Er fand Gehör.

Roswitha Schäfer, geborene Oberkasselerin, lebt seit vier Jahren auf der Krefelder Straße in Heerdt. Eine patente Frau, die in Bayern Mittelstandspolitik betrieben hat. Sie gründete und leitete den dortigen Landesverband im Bundesverband Mittelständige Wirtschaft, also einen gut funktionierenden Unternehmerverband. „Für ein Jahr würde ich es machen“, erklärte sie, und fügte hinzu, sie sei ja eigentlich aus der Politik ausgeschieden. Prompt wurde sie einstimmig gewählt. Zu ihrer Unterstützung meldeten sich Michael von den Driesch und  Carsten Bahners, Cousin des Schützenchefs Andreas Bahners, als Beiratsmitglieder.

Ein letztes Donnerwetter gegen die Stadtteilpolitik vom Ex-Chef

Clemens Sökefeld zeigte sich heilfroh, dass ihm nach 14-jähriger Vorstandsarbeit der Absprung gelungen war. Aber anstatt das Mikrophon an seine Nachfolgerin abzugeben, wetterte er ein letztes Mal über all die Probleme im Stadtteil und rempelte dabei auch die Politiker als „Partei-Soldaten“ an. Sie alle hätten der Schließung der Sparkasse in Heerdt zugestimmt. In Hamburg sei man klüger und baue eine Filiale als Multifunktionszentrum aus. Die These, die Düsseldorfer seien vermehrt Online-Kunden, sei falsch. Man schließe hier nur solche Filialen, deren Mietverträge schnell kündbar sind. Nun müssten die Senioren und Kleinbetrieben in Heerdt ihre Schließfächer räumen und die Schätze in Koffern davontragen.

Sökefelds Hauptärgernis aber galt der „Chaos-Kreuzung am Nikolaus-Knopp-Platz“ mit den vielen Irrfahrten der Laster. Die Verwaltung solle sich ein Beispiel an Duisburg nehmen, wo man schon auf der Autobahn die Laster zu den richtigen Ausfahrten lotse, während sie auf Düsseldorfer Gebiet weiterhin auf der Heerdter Landstraße im Stau stehen.

Aber auch die Rheinbahn bekam ihr Fett weg. An den neuen Hochbahnsteigen am Krankenhaus gebe es vor den Seniorenwohnungen Treppen, so dass die alten Menschen ihre Rollatoren über die Stufen schieben müssten. An der neuen Haltestelle am Knopp-Platz aber gebe es dort, wo die Leute aussteigen, keine Umlaufschranke. Sökefeld: „Die Leute gehen über die Schienen, vor sich die Autos und hinter sich die Straßenbahn.“

Zwei gute Nachrichten zum Schluss: Am 25. Juni, 14.30 Uhr, kommt ein Sparkassenvertreter ins Zentrum plus, Aldekerkstraße 29. Und der Discounter Lidl wird nun doch eine neue Filiale an der Schiessstraße auf dem Gelände von Blumen Vishers errichten, nachdem Vishers auf die gegenüberliegende Straßenseite gezogen ist. Der B-Plan sei im Genehmigungsverfahren.

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