Bürgermeister van Leyen spricht über seine Stadtteile und die Rheinbahn

Interview : „Für die U 75 muss sich die Rheinbahn etwas einfallen lassen“

Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen spricht über Probleme und Höhepunkte im Stadtbezirk 8.

Gerwald van Leyen, Bezirksbürgermeister in der zweiten Legislaturperiode im Rathaus Eller, konnte in diesen Wochen gleich mehrere Jubiläen feiern. Den 75. Geburtstag feierte er im Kreis von fünf Kindern und zehn Enkeln. Er ist 25 Jahre mit seiner zweiten Frau verheiratet und wirkt ebenso lange in der Politik. Der inzwischen pensionierte Industriekaufmann war 50 Jahre alt und passives CDU-Mitglied, als man ihm einen Sitz in der Bezirksvertretung anbot. Ein Ratsmandat kam für ihn als damals Berufstätiger nicht  in Frage. Mit ruhiger Gelassenheit kämpft er für die Stadtteile Eller, Vennhausen, Lierenfeld und Unterbach, hoffend, dass sich etwas „bewegt“.

Herr van Leyen, Ihr Wunsch nach einer behindertengerechten Verbindung auf der U 75 zwischen Lierenfeld und Vennhauser Allee geht immer noch nicht in Erfüllung. Wie kommt das?

Van Leyen: Es ist sehr schwierig, denn auf der Gumbertstraße und am Gertrudisplatz ist kaum Platz. Aber jede zweite Haltestelle könnte es schon sein. Die U 75 ist schließlich die wichtigste ÖPNV-Verbindung zwischen Düsseldorf und Neuss. Man muss sich etwas einfallen lassen, etwa nur den ersten Teil der Haltestelle als Hochbahnsteig ausbauen. Wenn die Fahrgäste das wissen, dürfte es kein Problem sein. Aber die Rheinbahn will nicht.

Ärger haben Sie ja auch mit der Bundesbahn, die die Güterbahnstrecke zwischen Rotterdam und Genua massiv ausbauen will. Worin liegt das Problem für Sie?

Van Leyen: Wir haben die Schranke am Hackenbruch, wo der Verkehr vom Tannenhof nach Eller führt. Wir können aber nicht die Schotten dicht machen und die Züge Tag und Nacht durchrasen lassen. OB Thomas Geisel hat anfangs versprochen, er werde Gespräche mit der Bahn führen und nach Lösungen suchen. Aber wir hören nichts.

Schweigen herrscht ja auch am Breidenplatz, wo der B-Plan seit Jahren im Verfahren ist. Wie geht es dort weiter?

Van Leyen: Es gibt eine Interessen-Initiative, die im Planungsamt und im OB-Büro war. Mehr nicht.

Warum kommt man denn nicht zu Potte? Warum ist man gegen die Bebauung auf einer grünen Wiese mitten im Zentrum von Unterbach?

Van Leyen: Wir sind nicht  gegen die Bebauung, aber sie muss sich einpassen.

Unter dem Begriff „Einpassen“ versteht man im Rathaus Eller allzu oft eine niedrige Bebauung. Düsseldorf braucht dringend Wohnungen. Das sieht auch Ihre Partei so. Aber die neuen Häuser sollen vermutlich nicht vor Ihrer Haustür liegen?

Van Leyen: Die Anlieger wie die Neubürger müssen sich doch auch wohl fühlen. Alles zuzubauen, das ist nicht die Lösung. Das gilt auch für die geplante Bebauung an der Königsberger Straße.

Aber diese Straße ist doch breit genug für eine fünfgeschossige Bebauung. Worin liegt da das Problem?

Van Leyen: Wir haben der Bebauung an der Königsberger Straße zugestimmt. Die gesamte Bezirksvertretung votiert für eine viergeschossige Bebauung mit einem zurückspringenden fünften Geschoss. Gegenüber den Plänen der Verwaltung wäre das eine Reduzierung um ein Stockwerk. Die bestehenden Häuser der Anlieger am Tulpenweg und an der Schützenwiese haben keine Parkplätze und keine Garagen. Wenn man uns jetzt noch 200 Wohnungen hinsetzt, wissen die Anlieger überhaupt nicht mehr, wohin mit den Autos.

In einem Fall haben Sie ohne Wenn und Aber Ja zur Bebauung gesagt, und zwar auf dem ehemaligen Gelände der Firma Weco zwischen Jäger- und Festenbergstraße. Warum das?

Von Leyen: Es gab ein Werkstattverfahren und einen Wettbewerb, den RKW gewann. Bis zu 300 Wohnungen sind möglich, auch eine Kita wird kommen. Gewerbe und Handwerk sollen bleiben. Die Planung knüpft an die Blockrandstrukturen der bestehenden Wohnbebauung an und ergänzt sie entlang der Straßen. Das sehen wir sehr positiv.

Der Höhepunkt des letzten Jahres?

Van Leyen: Das war eindeutig der neue Skatepark an der Heidelberger Straße. Er wird von Alt und Jung, von den Fünfjährigen wie den 60-Jährigen gut angenommen. Alles verläuft friedlich. In der schönen Jahreszeit bringen die Leute sogar ihre Picknickkörbe mit.

Und die Schlossrandbebauung?

Van Leyen: Die ist auch positiv ausgefallen. Das hat der Investor Heitkamp schön hinbekommen. Die Anlieger sind es zufrieden, und wir auch. Die Fassaden sind saniert, und was er dahinter gemacht hat, ist mir egal.

Was ist mit den Schulen? Werden hier alle Wünsche erfüllt?

Van Leyen: Wir wollen als Bezirksvertretung einstimmig ein Gymnasium, weil wir als einziger Stadtbezirk keines haben. Wir können es uns an der Bernburger Straße oder an der Vennhauser Allee vorstellen. Das Schulamt muss feststellen, wo es am besten hinpasst.

Was ist mit dem Rewe-Gelände in Unterbach?

Van Leyen: Für Unterbach wird das neue Viertel eine Belebung, mit neuen Geschäften und Kindergärten. 300 Wohnungen sollen entstehen. Aber wir hören nichts. Der Bauantrag ist noch nicht gestellt.

Nun zum leidigen Thema des Kulturbahnhofs Eller. Sie sind ja das Warten gewöhnt. Die Sanierung ist vorerst abgelehnt. Gibt es da Zusagen?

Van Leyen: Nein. Man sollte uns klipp und klar sagen, ob der Kulturbahnhof weiterhin gewünscht wird oder nicht. Man müsste jedenfalls eine Million reinstecken, sonst bricht die Bude ein. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Letzte Frage: Wird dies Ihre letzte Wahlperiode sein? Oder kandidieren Sie noch einmal?

Van Leyen: Ich lasse es jetzt langsam auslaufen. Wenn es das nächste Wahlergebnis erlaubt, könnte ich mir vorstellen, dass Dagmar von Dahlen es macht. Sie kann es, sie ist selbstständige Media- und Marketingberaterin, Vorsitzende des Ortsvereins Eller, Ratsfrau, Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung 8 sowie Mitglied im Kreisvorstand der CDU Düsseldorf.