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Bürger protestierten in Düsseldorf gegen Corona-Gegner

Demonstrationen : Protest gegen Corona-Kritiker in Düsseldorf

Rund 7500 Menschen sind gegen die Corona-Regeln auf die Straße gegangen. Gegenproteste soll es auch nächste Woche wieder geben.

Mit einer neuen Form von Protesten haben zahlreiche Bürger in Düsseldorf ihren Unmut gegen die Gegner der Corona-Maßnahmen deutlich gemacht. Erstmals versammelten sie sich entlang der Demonstrationsroute und zeigten den Corona-Kritikern die Rote Karte. „Die stille Mehrheit wird endlich laut“, sagte eine Teilnehmerin der Protestaktion. Entlang der Strecke kam es immer wieder zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und ihren Gegnern, die teilweise in Rangeleien ausarteten. Die Polizei, die mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz war, nahm einige Strafanzeigen wegen kleinerer Körperverletzungsdelikte und Sachbeschädigung auf.

Die mehr als 7500 Gegner der Corona-Maßnahmen trafen sich am Samstag zunächst am Nachmittag zu einer Kundgebung am Johannes-Rau-Platz in der Nähe des nordrhein-westfälischen Landtages. Danach zogen die Demonstranten in einem rund fünf Kilometer langen Rundmarsch durch die Innenstadt und über die Königsallee. Durch Straßensperrungen kam es in der Innenstadt zeitweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Auch der öffentliche Personennahverkehr war betroffen.

Anwohner zeigten den Demonstranten die Rote Karte

Begleitet wurde die Demonstration diesmal von Protestaktionen entlang der Strecke. „Es nervt uns, dass die Corona-Gegner jeden Samstag so viel Raum einnehmen“, sagt die Unterbilkerin Svenja Karl, die sich mit anderen Anwohnern verabredet hatte. Auch das linke Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ hatte Anwohner, Wirte und Gewerbetreibende erstmals dazu aufgefordert, mit Bannern, Plakaten, lauter Musik und Lärm gegen Rechtsextreme und Verschwörungsideologen mobil zu machen – und hatte mit seinem Aufruf Erfolg.

Schilder und Banner mit Aufschriften wie „Ihr seid nicht das Volk“, „Maske auf, Nazis raus“ und „Impfung – ein Beitrag für die Gesellschaft“ waren entlang der Route zu sehen. Viele Anwohner zeigten zudem den Vorbeiziehenden die Rote Karte. Auf Schildern wurde auf Impftermine im Impfzentrum am Bertha-von-Suttner-Platz aufmerksam gemacht. Der Unterbilker Sven hatte sich als Clown verkleidet, um den Demonstranten zu spiegeln, dass er sie für Clowns hält.

„Das soll für die Demonstranten ein Spießrutenlauf werden und deutlich zeigen, dass sie nicht erwünscht sind“, sagt Oliver Ongaro, Sprecher des Bündnisses. Er ist zufrieden mit der Beteiligung an dieser Art von Protest und hofft nun, dass dieser künftig noch zunimmt. „Es haben sich viele spontan beteiligt, die sonst nicht auf die Straße gegangen wären. Nächsten Samstag wollen wir unseren Aufruf wiederholen“, sagt Ongaro.

Erstmals zeigte zum Beispiel der Unterbilker Niklas seinen Unmut. Er hatte sich mit rund 50 Nachbarn zum Protest an der Ecke Fürstenwall und Kronprinzenstraße versammelt. „Wir wollen zeigen, dass wir uns in unserem Stadtteil nicht von Corona-Leugnern unterkriegen lassen. Wir akzeptieren nicht, dass sich Rechtsradikale unter die Corona-Leugner mischen. Unser Stadtteil ist bunt, unser Stadtteil bleibt bunt“, sagt der 32-Jährige. Laut Polizei verlief die Demonstration überwiegend friedlich. An einigen Stellen kam es jedoch nach Meinungsverschiedenheiten zwischen den Demonstranten und ihren Gegnern, „leider vereinzelt auch zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Meinungsgegnern. Es wurden Strafverfahren eingeleitet“, teilte die Polizei mit. Die Rede ist von einer Handvoll Anzeigen, die Polizei konnte aber keine Angaben darüber machen, von welcher Seite aus die Rangeleien entstanden.

„Unserem Pressesprecher jedenfalls wurden ein Plakat entrissen und er wurde umgeschubst“, sagt Oliver Ongaro. Bei der Demonstration waren, wie bereits in den vergangenen Wochen, bei einem großen Teil der Anhänger der Querdenken-Bewegung und der Impfpflicht-Gegner zahlreiche Verstöße gegen die Maskenpflicht und die vorgeschriebene Abstandsregel zu beobachten.