Buddhismus für neugierige Anfänger

Buddhismus für neugierige Anfänger

Viel los war beim Tag der offenen Tür im Buddhistischen Zentrum Düsseldorf.

Keine Angst mehr haben. Vollkommene Freude empfinden. Mit nichts mehr ein Problem haben und keine Spielchen mehr spielen. Klingt nach beneidenswerter Abgeklärtheit. Dahinter verbirgt sich der Zustand der Erleuchtung, ein befreiter Geist, den praktizierende Buddhisten anstreben. Hintergründe hierzu erfahren Teilnehmer der Kurzeinführungen am Tag der offenen Tür im Buddhistischen Zentrum an der Volmerswerther Straße 3.

Auf dem Boden des Meditationsraum des Buddhistischen Zentrums Düsseldorf sind rotsamtene, quadratische Miniteppiche wie Puzzlestücke angeordnet. Darauf sind runde Meditationskissen platziert, auf denen sich gut 30 Männer und Frauen in entspannter Sitzhaltung nieder gelassen haben.

Andreas wird ihnen gleich eine Idee davon vermitteln, worum es im Buddhismus geht und sie auch auf eine kurze Meditationsreise mitnehmen. Der Raum ist hell und mit Buddhastatuen verschiedener Größen sowie Fotos von buddhistischen Lehrern dekoriert. „Das sind keine Götzen, sondern Spiegel für Furchtlosigkeit, Freude und Liebe“, erklärt Andreas, der vor 18 Jahren Buddhist wurde.

Die Männer und Frauen verschiedenen Alters erfahren, dass der Buddhismus eine Methode ist, die man verwenden kann, um sich weiter zu entwickeln. Die kurze „Formel“, die es auf den Punkt bringt, klingt toll: „Das gesamte Potenzial, was wir haben, weiter zu entwickeln und was uns hemmt, loswerden“, erklärt Andreas. Als Lohn winkt der befreite Geist. Frei sein, unabhängig von äußeren Einflüssen, wie materiellen Dingen oder dem besten Sex. „Wir können alle so sein, weil wir das in uns haben,“ erklärt Andreas. Nach dem Aha-Erlebnis funktioniere buddhistische Meditation auch ohne Meditationskissen.

„Auch am Montagmorgen in der vollen S-Bahn und bei einem Streit mit dem Chef“, erklärt Andreas. Weiterhin geht es im Buddhismus um Fragen, wie: Warum erlebe ich Sachen, wie ich sie erlebe und warum sind die Dinge so, wie sie sind? Und dann sind die Teilnehmer aufgerufen, Gedanken und Geräusche vorbeiziehen zu lassen, ohne diese zu beurteilen.

Das Ziel: Zur Ruhe kommen und Dinge sich auflösen lassen. „In diesem Jahr ist es an unserem Tag der offenen Tür besonders voll“, freut sich Silke Haas vom Buddhistischen Zentrum. Worauf führt sie das steigende Interesse am Buddhismus zurück? „Das Interesse der Menschen zu allgemeinen Themen ist gewachsen und der Buddhismus stellt für viele nichts Exotisches oder Bizarres mehr dar.“

Phillipp Wesemann, Zentrumsmitglied und Laienbuddhist, findet: „Die Zahl der Menschen wächst, die auf der Suche nach der eigenen Mitte, nach Stabilität und einer anderen Sicht auf die Welt sind. Die sich fragen warum die Welt so ist, wie sie ist.“