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Buch über streunende Katzen in Düsseldorf-Gerresheim

Tiere in Düsseldorf : Einsatz für wilde Katzen in Gerresheim

Im Naturschutzgebiet Quellenbusch leben viele wilde Katzen, um die sich Tierfreunde kümmern. Darüber ist jetzt ein Buch erschienen.

Fast jeder kennt das, der in sonnigen Gefilden schon mal Urlaub gemacht hat: Beim Frühstück oder Abendessen im Freien kuscheln sich streunende Katzen an die Beine der Gäste in der Hoffnung auf einen Happen vom Teller. Jeder hat so seine Favoritin und würde sie am liebsten mit nach Hause nehmen. Macht aber keiner.

 Kein Fleisch? Das kann Lucy nicht abschrecken.
Kein Fleisch? Das kann Lucy nicht abschrecken. Foto: Katzen in Gerresheim/privat

Wer jetzt denkt, so etwas gibt es nur im Ausland, irrt natürlich. Auch hier in Düsseldorf fristen viele Katzen ihr Dasein herrenlos außerhalb von vier warmen Wänden, selbstverständlich nicht immer ganz freiwillig, weil sie ausgesetzt wurden, oft genug trifft es einen ganzen Wurf. Aber wer überlebt, denkt nach einiger Zeit „in Freiheit“ nicht mehr im Traum daran, sich einem Menschen anzuschließen. Nur mit dem Fressen ist das dann so ein Problem. Und mit der Vermehrung.

In dem weitläufigen Naturschutzgebiet hinter den neuen schicken Wohnungen am Quellenbusch in Gerresheim gibt es so ein Gebiet, das Katzen als ihr Terrain betrachten. Und es gibt Menschen, die sich um diese Tiere kümmern, ihnen zu fressen geben, Schlafplätze bauen und, ja, sie auch einfangen und kastrieren lassen – um sie dann wieder (mit Kerbe im Ohr) in ihr Revier zu bringen. „Es ist nur zu ihrem Besten, Katzen würden sich sonst im wahrsten Sinne des Wortes wie die Karnickel vermehren“, sagt Brigitte Regitz. „Und wahrscheinlich verhungern.“

 Mit den wilden Katzen ist nicht immer gut Kirschen essen – dieser böse Blick lässt jedenfalls nichts Gutes erahnen.
Mit den wilden Katzen ist nicht immer gut Kirschen essen – dieser böse Blick lässt jedenfalls nichts Gutes erahnen. Foto: privat

Regitz ist Tierschützerin der ersten Stunde bei der Interessengemeinschaft Katzen in Gerresheim. Bis zu 20 Freiwillige wechseln sich ab, wenn es darum geht, die unterschiedlichen Futterplätze nach einem festen Dienstplan für stets um die 20 wilde Katzen mit Essen und frischem Wasser zu bestücken. Weil sie dann ohnehin schon einmal da sind, werden auch Vögel und Igel versorgt. Und wenn Füchse, Dachse, Iltisse, Elstern und Krähen sich auch mal bedienen wollen (und die Katzen sie lassen), hat da auch keiner etwas dagegen. Es ist nicht unbedingt einfach, Mitstreiter zu finden, daher verteilen die Katzenfreunde Flyer, hängen kleine Plakate in Schaufenstern von Geschäften oder in Schaukästen. Und jetzt gibt es sogar ein Buch.

68 Seiten, mit vielen Fotos, das die Arbeit der Interessengemeinschaft aus den vergangenen zehn Jahren beschreibt, Brigitte Regitz hat es geschrieben. „Es ist natürlich keine große Literatur, mehr so eine chronologisch aufgelistete Tätigkeitsbeschreibung. Und es zeigt, wie die Lebensbedingungen dieser Katzen hier in Gerresheim sind. Denn viele unterstützen uns, mit Geld, wissen aber gar nicht so recht, was wir so machen“, sagt Regitz. „Auf die Plätze, fertig, herrenlos“, hat sie das Büchlein betitelt. Erzählt wird dabei auch episodenhaft von den Schicksalen einzelner Kreaturen, die Liebhaber so gerne Samtpfoten nennen: Warum Trinchens Futterstelle unbedingt verlegt werden musste; wie Frechdachs und Nero sich eines Tages dazugesellten. Oder als Smillo urplötzlich auftauchte – und kurz darauf wieder umziehen musste.

 Charly bedient sich an der Dose mit Futter.
Charly bedient sich an der Dose mit Futter. Foto: Katzen in Gerresheim/privat

Corona konnte die Katzenfreunde nicht schrecken. „Alle sind am Ball geblieben, bei Wind und Wetter“, sagt Brigitte Regitz. Die Tiere vertrauen halt darauf, dass ihnen täglich das Menü angeliefert wird.

Das Buch kann in der Gerresheimer Bücherstube an der Benderstraße erworben oder bestellt und auch direkt bei Brigitte Regitz geordert werden. Infos unter:

katzen-in-gerresheim.de