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Broilers zeigen ihre Lieblingsorte

Broilers zeigen ihre Lieblingsorte

Die Band bietet Heimatkunde per Videoserie. In einer Folge zieht sie mit den Donots durch die Altstadt.

Düsseldorf. Am Ende sind sie dann doch ein wenig angeschickert, die Damen und Herren Musiker. Denn sie sind ja sowas wie Rockstars. Und Rockstars haben Zeit und können auch schon mal mittags ins Brauhaus gehen und ein Bierchen trinken. Auf ihre Musik zum Beispiel. Oder auf den Weltfrieden. Oder auf eines ihrer Konzerte. So wie das jetzt die Broilers und deren Freunde von den Donots gemacht haben.

Die einen, die Broilers, kommen ja aus Düsseldorf und haben sich hierzulande aus dem Keller hochgearbeitet auf die punkrockige Popularitätsposition gleich hinter den Toten Hosen. Die Donots wiederum stammen aus dem westfälischen Münster, gehören schon ein paar Jahre länger zum deutschen Punkrockadel, sind recht dicke mit den Broilers - und werden ihre Freunde nun bei deren beiden letzten Düsseldorfer Konzerten vor einer längeren Live-Auszeit unterstützen.

Und weil diese beiden Auftritte unter dem Motto „Düsseldorf Dezember Doppel“ am 1. und 2. Dezember nun so eine Riesensause zu werden versprechen, haben die Broilers kurzerhand schon mal ein bisschen vorgefeiert und all das in einer Reihe von Videos festgehalten. In denen stellen sie ihre Düsseldorfer Lieblingsorte der kulturellen und der kulinarischen Art vor. Und mit von der Partie sind eben auch: die Donots.

Broilers-Frontmann Sammy Amara und seine Bandkollegen schleppen dabei Sänger Ingo „Donot“ Knollmann und dessen Bruder, den Gitarristen Guido, in die Altstadt. Hinein ins Uerige. Und hinein in die Kneipe Et Kabüffke. Sie trinken Alt und Killepitsch und essen gutbürgerlich Haxe (Broilers) und Salat (Donots) und fachsimpeln über Düsseldorf. Und hinterher, zum gemeinsamen Schlussgruß, winken sie dann grinsend in die Kamera. Wie gesagt: angeschickert.

Was Sammy auf Nachfrage folgendermaßen erklärt: „Du musst ja so früh am Tag deinen Körper auf Temperatur halten. Sonst bekommst du am Nachmittag einen Kater. Und das ist unangenehm.“ Rockmusiker-Logik. Die Ziele der gemeinsamen Stadttour, die in weiteren Videos von den dann jedoch wieder alleine losziehenden Broilers auf Orte wie die Kneipe Pitcher an der Oberbilker Allee, die Cocktail-Bar Alexander (Düsselstraße) oder - den kulturellen Teil abdeckend - die Mahn- und Gedenkstätte Mühlenstraße ausgeweitet wird, seien natürlich gewissenhaft ausgewählt worden: „Wenn du jemandem die Altstadt zeigen willst, kommst du nicht um ein Düsseldorfer Brauhaus herum“, sagt Sammy Amara. Und im Uerige gebe es nach Broilers-Meinung nun einmal das beste Bier.

Ingo Donot, mittlerweile in Köln wohnhaft, relativiert zwar: „Ich werde als Westfale in Zukunft trotz allem beim Pils bleiben.“ Alt schmecke ihm „ein wenig zu rostig“ und sei dann doch nur ein „bierähnliches Getränk“. Auch verwirre Düsseldorf ihn immer wieder: „Ich werde nie verstehen, wie diese Stadt aufgebaut ist und wie die Straßen zusammenhängen.“ Indes: Alle bisherigen Donots-Shows hier seien schlichtweg „super“ gewesen. Egal ob es das AK47, das „rappelkleine“ Tube, das Stahlwerk oder das Zakk „als ganz spannender, nicht zu kleiner und nicht zu großer Laden mit tollem Programm“ gewesen seien: „Wir hatten jedes Mal ein dankbares Publikum.“

Und nichts anderes erwarte er für die nächste Steigerung in Sachen Hallengröße, den Rather Dome. Den Ort des Freundschaftsdienstes für die Broilers. Wie diese Freundschaft entstanden ist, davon weiß Ingo Donot übrigens noch heute zu berichten: „Wir hatten vor einem Festivalauftritt am Stand eines Musikmagazines eine Autogrammstunde. Vor uns warteten zig Leute in einer langen Reihe. Und dann kam auf einmal Sammy vorbei, der ja damals schon Grafikdesigner war, ließ alle links liegen, sprang nonchalant über die Absperrung, baute sich vor uns auf und sagte: „Hallo! Ich bin der Sammy von den Broilers und ich mach’ euer nächstes Albumcover.“ Diese Art Lippe finde ich eben megagut. Darauf fahren wir Westfalen ab.“

Mit dem Cover sei es zwar nichts geworden. „Wir haben einen anderen Entwurf genommen.“ Aber sonst? Küsse man sich heute sogar gegenseitig auf den Mund vor lauter Zuneigung. Und lade sich eben auch mal gegenseitig zu Konzerten ein. Am liebsten in Düsseldorf.