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Braucht Düsseldorf Tele-Notärzte?

Medizin : Braucht Düsseldorf Tele-Notärzte?

Sanitäter rücken bei manchen Einsätzen zunächst alleine aus und schalten einen Arzt per Video zu. Eine Politiker-Delegation schaute sich dieses Modell in Aachen an.

Notarzt, Notfallpraxis, Klinik-Ambulanzen: Die notärztliche Versorgung in Düsseldorf basiert auf mehreren Säulen. Und: Immer öfter wird notärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Weil es dabei immer mal wieder zu Verwechslungen und Verwerfungen kommt, arbeitet die Stadt unter Federführung von Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke an einer Reform der Notfall-Medizin. In diesem Zusammenhang ist jetzt eine Delegation des Ausschusses für Gesundheit und Soziales (AGS) nach Aachen gefahren, um sich beim dortigen Rettungsdienst über den sogenannten Tele-Notarzt zu informieren.

Beim Tele-Notarzt rücken die Notfallsanitäter zunächst alleine aus, um vor Ort dank spezieller Technik einen Mediziner per Video zuzuschalten. Die Sanitäter können dem „Tele-Arzt“ auch alle Vitalwerte eines Patienten sofort übermitteln.

Die Überlegung, den Tele-Notarzt auch in Düsseldorf einzuführen, basiert vor allem auf der steigenden Zahl von Notarzt-Einsätzen. Oft müssen sie auch grundlos ausrücken. „Es ist sinnvoll, vor diesem Hintergrund über eine Neuordnung der notärztlichen Versorgung nachzudenken, und der Tele-Notarzt könnte ein wichtiger Baustein sein. Ziel ist es, das Optimum für die Bürger zu gewährleisten“, betont Meyer-Falcke.

Das Modell „Tele-Notarzt“ beschäftigt die zuständigen Dezernate und Ämter der Düsseldorfer Stadtverwaltung bereits seit längerem. So ließen sich Gesundheitsdezernat und Feuerwehr das System erstmals im Frühjahr 2017 vor Ort demonstrieren. Nun hat sich aktuell auch der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen positiv zum Tele-Notarzt in der Landeshauptstadt Düsseldorf geäußert.

 In anderen Städten, so auch in Aachen, wurde der Tele-Notarzt bereits getestet — und das offenbar mit Erfolg. Deshalb schauten sich die Gesundheitspolitiker um den Ausschussvorsitzenden Andreas-Paul Stieber (CDU), Bergit Fleckner-Olbermann (SPD), Brigitte Reich (Grüne) und Christine Rachner (FDP) dieses Modell persönlich an, um mehr darüber zu erfahren.

Mit diesem Wissen im Gepäck möchte der Ausschuss nun eine fraktionsübergreifende Initiative starten, um Düsseldorf in eine führende Position in dem Projekt Tele-Notärzte in Nordrhein-Westfalen zu bringen. Initiiert wurde die Fahrt nach Aachen bereits durch einen interfraktionellen Antrag im Ausschuss. A.S.