1. NRW
  2. Düsseldorf

Brandserie: Brände im Kleingarten: Feuerteufel muss in die Psychiatrie

Brandserie : Brände im Kleingarten: Feuerteufel muss in die Psychiatrie

Der 39-Jährige hatte mehrere Lauben angezündet. Das Gericht geht davon aus, dass der Mann an einer Psychose leidet.

Düsseldorf. Vier Wochen lang versetzte ein Feuerteufel Oberbilker Kleingärtner im Herbst vergangenen Jahres in Angst und Schrecken. Der 39-jährige Franzose zündete mehrere Lauben an — einige davon wurden zu Wohnzwecken genutzt. Nun hat das Gericht angeordnet, dass der Mann, der von den Kleingärtnern nur „der verrückte Franzose“ genannt wird, in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.

Das Gericht geht davon aus, dass der Mann an einer schizophrenen Psychose leidet und damit „sicher verminderter schuldfähig“ und „nicht ausschließbar schuldunfähig“ ist. Der Mann sei aufgrund seiner Erkrankung als gefährlich für die Allgemeinheit einzustufen, eine Unterbringung deshalb erforderlich.

Begonnen hatte die Brandserie am 7. September im Kleingartenverein Stoffeln. Bernd und Ingrid Altrieth hatten den Franzosen schon morgens in ihrem Kleingarten gesehen und die Polizei verständigt.

Die Beamten nahmen den Mann auch mit, setzten ihm aber später wieder auf freien Fuß. Am gleichen Abend brannte Altriehts Laube ab. Das Ehepaar musste mit ansehen, wie das Haus in Flammen aufging. 30.000 Euro Schaden entstanden, die Versicherung zahlte 16.000 Euro. Danach legte der Franzose noch weitere fünf Brände, verletzt wurde niemand. „Das Gericht ist davon überzeugt, dass der Beschuldigte die Taten begangen hat“, sagte die Vorsitzende Richterin.

Zwar habe der Mann die Vorwürfe vor Gericht bestritten, in zwei Vernehmungen habe er die Taten jedoch eingeräumt und teilweise detailliert geschildert. Außerdem stützte sich das Gericht auf die Beobachtungen mehrerer Zeugen. Darüber hinaus bestehe auch kein Zweifel an den Ausführungen des Gutachters, der dem Mann eine Schizophrenie attestiert. Unter den Kleingärtnern macht sich nun Erleichterung breit. „Jetzt kann ich mit diesem Kapitel abschließen“, sagte Ingrid Altrieth nach der Verkündung.