Bouldern: Wer herunterfällt, schlägt weich auf

Bouldern: Wer herunterfällt, schlägt weich auf

Matten sorgen dafür, dass den Kletterern nichts passiert.

Düsseldorf. „Das ist doch kein Problem“, sagt Bastian Ohligs mutig und schwingt sich in die Kletterwand. Kopfüber hängt er in der Luft, ist schließlich auf 4,50 Meter Höhe angekommen und klettert aus dem Parcours. Gesichert ist er nicht, denn das ist hier Programm.

Das Ganze nennt sich Bouldern (englisch Felsblock) und ist das Klettern ohne Seil und Gurt an Felsblöcken, Felswänden und an Kletterwänden in Absprunghöhe. Dies ist seit den 70er Jahren eine eigene Disziplin des Sportkletterns und erlebt seit etwa 1990 eine rasante Entwicklung.

In Heerdt gibt es seit dem 31. Mai eine etwa 1000 Quadratmeter große Halle, in der die Kletterfans voll auf ihre Kosten kommen. Übrigens ist dies die größte Halle in Nordrhein-Westfalen.

„Wir bauen jede Woche einen neuen Parcours und in der Zwischenzeit haben wir hier komplett einmal umgebaut“, erklärt Inhaber Bastian Ohligs, der vor etwa zwei Jahren auf die Idee kam, eine eigenen Boulderhalle zu eröffnen. „Wir haben lange gesucht, um ein geeignetes Objekt zu finden und eine hohe sechsstellige Summe investiert“, sagt Geschäftspartnerin Brigitte Krappen.

Sie meint, der Reiz beim Bouldern liegt darin, dass die Teilnehmer direkt losklettern können, ohne vorher irgendwelche Kurse belegt haben zu müssen. Und: „Man braucht keinen Partner, der einen sichert“, so Krappen.

Auch die Erklärungen sind sparsam, die Fragen kommen von Anfängern von ganz allein. „Es geht ja darum, die Probleme zu lösen, die einem in der Wand begegnen“, meint Ohligs. „Und das soll der Kletterer eigentlich allein schaffen. Die Fragen kommen natürlich irgendwann, und dann helfen wir auch.“ Für ihn hat dieser Sport auch mehr mit Technik als mit Kraft zu tun: „Nur mit Kraft klettert niemand die Wände hoch, da braucht man schon die richtige Technik, um das zu schaffen.“

Anfänger brauchen keine Angst zu haben, wenn sie mal abstürzen. „Die Matten fangen einen weich auf“, so Krappen. „Und bisher haben wir hier höchstens ein paar Pflaster gebraucht.“ Verboten ist es, übereinander zu klettern. „Wenn mal von oben einer runterfällt, dann landet er ja bei dem anderen auf dem Kopf“, so Ohligs.

Fazit: Bouldern ist eine ziemlich anstrengende Angelegenheit und ist daher sicherlich mehr für jüngere Leute geeignet, macht aber auch Spaß und das Runterfallen tut wirklich nicht so weh.

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