boot-Direktor Petros Michelidakis: „Anspannung vor der Eröffnung raubt mir den Schlaf“

boot-Direktor Petros Michelidakis: „Anspannung vor der Eröffnung raubt mir den Schlaf“

Für boot-Direktor Petros Michelidakis ist die Zeit vor der Eröffnung Stress pur. Andere sind da viel entspannter.

Düsseldorf. Im Schritttempo wird der Star der boot 2018 in Halle 6 gefahren: Die britische Motoryacht Princess 35M ist die größte, schwerste und mit einem Kaufpreis von 15 Millionen Euro auch die teuerste Yacht, die ab 20. Januar auf der Messe präsentiert wird. Die Luxusyacht ist zusammen mit vier weiteren Schiffen über den Rhein in Düsseldorf angekommen. An der Messe-Rampe wurde sie auf einen Tieflader gebracht und dann bis in die Halle gefahren — kein leichtes Unterfangen bei stürmischem Wind und Sturmböen bis 90 km/h.

Bill Barrow, Sales Manager von Princess Yachts in Plymouth, ist glücklich, dass sein Flaggschiff ohne Blessuren und Zwischenfälle das Messegelände erreicht hat. „Das Wetter hat uns übel mitgespielt. Das Verladen im Sturm war nicht einfach. Zudem mussten wir drei Tage früher starten wegen des hohen Rheinpegels. Wir sind unter vielen Brücken nur um Haaresbreite hindurch gekommen“, sagt er erleichtert. Dennoch muss der Brite weiter zittern: „Uns fehlen noch vier Boote, wenn sie nicht bis Sonntag den Weg von Rotterdam nach Düsseldorf schaffen, gibt es Probleme.“

Denis Gerlach, Niederlassungsleiter der Spedition von Kühne und Nagel, ist da etwas entspannter: „Wenn Boote später ankommen als geplant, haben wir das bis jetzt noch immer hingekriegt.“ Dann müsse halt improvisiert werden. „Da kann es auch schon mal sein, dass Plätze getauscht werden müssen, weil wir die großen Boote nicht mehr versetzen.“ Gerlach steht vor der 35 Meter langen Princess 35M auf dem Tieflader. Auf dem Boden sind Klebestreifen befestigt, die zentimetergenau vorgeben, wo die Boote stehen sollen. Gerlach winkt den Tieflader weiter an sich ran. Als er „Stopp“ ruft, hat die Princess fast ihren finalen Platz in Halle 6 erreicht. „Da fehlen noch etwa zwei Zentimeter, das machen wir morgen, wenn sie vom Tieflader runterkommt“, erklärt er. Mehr als 40 Boote werden bis zum 28. Januar in Halle 6 präsentiert. „Aufgestellt werden sie in fester Reihenfolge im Ring von außen nach innen.“

Petros Michelidakis ist seit zwei Jahren Direktor der boot Düsseldorf. Bis zum Eröffnungstag bedeuten die Vorbereitungen für ihn Hochspannung und Gänsehaut pur. „Und wenn ich ehrlich bin, ist die Anspannung so groß, dass es mir nachts den Schlaf raubt“, gesteht er. Am Ende überwiege jedoch die Freude: „Der schönste Tag für mich ist der Eröffnungstag der boot.“

Und es beruhige ihn ein wenig, dass in 49 Jahren boot-Messe am Ende doch stets alles gut gegangen sei. „In diesem Jahr erwarten wir knapp 1900 Aussteller und haben damit unsere Kapazitäten voll ausgeschöpft. Mehr geht nicht“, sagt Michelidakis. Erst wenn in zwei Jahren die neue Halle 1 fertig sei, könnten weitere Aussteller hinzukommen. Die boot 2018 will durch ihre Vielfalt bestechen. So wird das Tauchzentrum in Halle 3 in neuem karibischen Look erscheinen und offener gestaltet sein.

Der Flachwasser-Pool der Beach World In Halle 8a wurde um 15 Meter auf 65 Meter verlängert, auch die stehende Welle wurde vergrößert. In Halle 10 können bei einer virtuellen Fahrt im Motorboot über den Rhein Erfahrungen unter echten Bedingungen gesammelt werden. In Halle 13 dreht sich alles um den Urlaub am und auf dem Wasser.

Ein 90 Meter langer Flusslauf lädt zum Paddeln ein, Anbieter von Hausbooten wollen begeistern und Aida präsentiert eine komplett ausgestattete Kabine mit Betten zum Probeliegen. In Halle 14 wird ein Motorbötchen aus der ehemaligen DDR zur Versteigerung angeboten. Eine Rarität, denn in Ostdeutschland gab es damals nur wenig Privatboote.