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Blindgänger: Bombe in Düsseldorf ist entschärft - Verkehrschaos löst sich auf

Blindgänger : Bombe in Düsseldorf ist entschärft - Verkehrschaos löst sich auf

Düsseldorf. In Düsseldorf-Rath ist in der Nacht zu Donnerstag bei Bauarbeiten an der Theodorstraße eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der Blindgänger ist um 14.34 Uhr entschärft worden, teilt die Stadt Düsseldorf mit.

Die Entschärfung hatte nach mehreren Verzögerungen um 14 Uhr begonnen.

Nach dem Fund einer Fliegerbombe kommt es zu zahlreichen Straßen-Sperrungen. Foto: David Young

Alle Sperrungen im Straßen-, Luft- und Schienenverkehr werden jetzt nach und nach aufgehoben. Die Sperrung der Strecke Düsseldorf—Duisburg ist ebenfalls beendet worden, teilt die Deutsche Bahn mit. Die Züge verkehren wieder auf dem Regelweg. Auch nach Ende der Sperrung muss für die Dauer von ein bis zwei Stunden noch mit Folgeverspätungen gerechnet werden.

In einem Radius von 1000 Metern um die Fundstelle mussten rund 8000 Menschen ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen. Die A44 und die A52 sind gesperrt worden. Während der Entschärfung wurde der Flugverkehr am Düsseldorfer Flughafen eingestellt.

Die Stadt rief alle Bewohner innerhalb des Gefahrenbereichs im Stadtteil Rath auf, ihre Häuser zu verlassen. Den Warnaufruf zur am Donnerstag stattfindenden Entschärfung hat die Stadt Düsseldorf mittlerweile in mehreren Sprachen veröffentlicht. Straßensperren sichern den Bereich, so dass niemand hereinkommt.

Ab 7 Uhr ist damit begonnen worden, alle betroffenen Personen in Sicherheit zu bringen, die das Gebiet nicht selbstständig verlassen können. Ein Hotel mit rund 250 Gästen ist bereits in der Nacht geräumt worden. Am Fernbahnhof des Flughafens ist am Donnerstag durch die Feuerwehr eine zentrale Betreuungsstelle eingerichtet. Dort befanden sich laut Angaben der Stadt Düsseldorf 860 Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten.

Die Entschärfung soll begann, sobald der Gefahrenbereich geräumt war (gegen 14Uhr). Der genaue Zeitpunkt der Entschärfung der Bombe mit Langzeitzünder hing von der vollständigen Evakuierung der Gefahrenzone ab, teilt die Stadt mit. „Wir rechnen damit, dass die Entschärfung dann am frühen Nachmittag vonstatten gehen kann“, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstagmorgen.

Von der Polizei hatte es in der Nacht geheißen, die Bombe habe einen chemisch-mechanischen Zünder, der „ziemlich gefährlich“ sei. Da der Sprengsatz einen schwer einzuschätzenden Langzeitzünder hat, muss er vor Ort entschärft werden. Für die Evakuierung wurden auch Einsatzkräfte aus anderen Städten alarmiert. Beispielsweise ist ein Patiententransportzug der Wuppertaler Feuerwehr im Einsatz.

Für die Evakuierung und sonstige Aufgaben im Rahmen der Entschärfung sind insgesamt rund 565 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Feuerwehr, Ordnungsamt, anderen städtischen Ämtern, Polizei, Hilfsorganisationen, Kampfmittelbeseitigungsdienst, Flughafen, Rheinbahn und anderen Behörden und Organisationen im Einsatz.

Mitarbeiter der Firmen, die im Gefahrenbereich liegen, konnten am Donnerstag bis zur Entschärfung die Arbeit nicht aufnehmen. Das städtische Familienzentrum, Volkardeyer Weg 5, die Kath. Kindertagesstätte Papst Johannes, Auf der Reide 2, die Kindertagesstätte von Kinder und Eltern e.V., Im Schlank 19, und die Jugendfreizeiteinrichtung Blue Rock, Lichtenbroicher Weg, bleiben am Donnerstag geschlossen.

Im 1.000-Meter-Radius um den Fundort der Bombe befinden sich mit der A52 (Nördlicher Zubringer, von Vogelsanger Weg bis Autobahnkreuz Düsseldorf Nord) und der A44 (von Autobahnkreuz Düsseldorf Nord bis Anschlussstelle Reichswaldallee) zwei Autobahnen. Die A52 war bereits am Donnerstagmorgen gesperrt worden, die Sperrung der A44 erfolgte später. Polizei und Stadt hatten geraten, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Auf der teilweise gesperrten Autobahn 52 im Düsseldorfer Norden bildete sich nach Angaben der Polizei am Donnerstagmorgen ein Stau von zunächst acht Kilometern. Die Autobahn 44 sollte von 9.30 Uhr an gesperrt werden. „Der Verkehr wächst an. Die Lage ist zwar im Moment noch nicht katastrophal. Es ist aber absehbar, dass in den kommenden Stunden Probleme auftreten werden“, sagte ein Sprecher der Polizei. Später seien auch Entlastungsstrecken stark belastet. "Die Straßen im Norden der Innenstadt sind fast komplett zu", sagte ein Polizeisprecher.