Billig-Benzin lockt Autofahrer

Preiskampf an Düsseldorfer Zapfsäulen verursacht lange Staus am Wochenanfang.

Düsseldorf. Seit Monaten bewegen sich die Preise für Benzin und Diesel wieder nach oben. Noch sind die Rekordmarken vom Juni 2008 nicht erreicht, dennoch vergleichen viele Autofahrer die Preise. An besonders günstigen Tankstellen führt das zeitweise zu einer starken Nachfrage - Staus inklusive.

Montagmorgen in Flingern: Autofahrer hupen, der Verkehr stockt, nichts geht mehr auf der Dorotheenstraße/Ecke Behrenstraße. Schuld daran ist nicht der Berufsverkehr oder eine Baustelle. Zu viele Autofahrer wollen gleichzeitig auf das Gelände der anliegenden Star-Tankstelle. Dadurch bilden sich Rückstaus bis auf die Fahrbahnen. Die Autos behindern auch Fußgänger und Radfahrer. "Wir sind ja froh, dass wir die Tankstelle haben, aber bei der Verkehrssituation müsste etwas getan werden", sagt Luise Carson aus Flingern.

Der Grund für das wöchentliche Verkehrschaos ist schnell gefunden: Die Kosten für Benzin und Diesel sind hier vergleichsweise niedrig. Vor allem sonntags können die Preise innerhalb weniger Stunden um mehrere Cent fallen. Dann wird’s schnell voll unter dem Dach der Tankstelle.

"Sonntags und montags ist hier Rückstau ohne Ende", bestätigt Jürgen Schmidt. Der Anwohner versucht ebenfalls, hier zu tanken. Manchmal endet die Fahrt zur Zapfsäule aber im Stau auf der Behrenstraße. Auch Gjilsha Neziri hat hier schon bis zu 20Minuten angestanden. Sie nimmt die langen Wartezeiten gerne in Kauf: "Oft ist es einfach die günstigste Tankstelle."

Verantwortlich für die niedrigeren Preise an den Star-Tankstellen ist die Wettbewerbssituation auf dem Tankstellenmarkt. Konkurenten auf dem Markt sind die so genannten B-Marken und die Premiummarken. B-Marken wie Jet oder Star versuchen, das Benzin an ihren Tankstellen um jeden Preis am günstigsten anzubieten.

"Wir sind 2003 mit dem Versprechen, billiger zu sein, angetreten", sagt Wieslaw Milkiewicz, Pressesprecher von Orlen Deutschland. Die Betreibergesellschaft der deutschen Star-Tankstellen nimmt für dieses Versprechen auch einen geringeren Umsatz in Kauf.

Allerdings haben die kleineren Tankstellenketten auch einen Wettbewerbsvorteil. Die Verwaltungskosten sind niedriger als bei den "großen Brüdern" wie Shell oder Aral. Der Preiskampf führt dann zum Kostengefälle an den Zapfsäulen. Am gestrigen Montagmorgen kostete der Liter Normalbenzin bei den Jet- und Star-Tankstellen im Schnitt 1,34 Euro. Zur gleichen Zeit etwa war das Benzin an den Aral-Tankstellen bei einem Durchschnittspreis von 1,42 Euro acht Cent teurer.

Allerdings fallen die Preise am Wochenanfang nicht nur bei den B-Marken. "Am Wochenende wollen die wenigsten Autofahrer tanken, deshalb sinken die Preise dann an allen Tankstellen", weiß Jaqueline Grünewald, Pressesprecherin des ADAC Nordrhein. Am günstigsten ist das Benzin deshalb immer Sonntag abends und Montag morgens. Danach steigen die Preise wieder bis zu ihrem Höchststand am Freitag. Grünewald empfiehlt deshalb, immer spätestens montags auf dem Weg zur Arbeit zu tanken.

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