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Besuch bei den Jonges - Heino möchte Ehrenbürger von Düsseldorf werden

Schlagersänger : Heino will Ehrenbürger von Düsseldorf werden

Beim Heimatverein Düsseldorfer Jonges erzählte der Sänger, über welche Ehrung er sich noch freuen würde. Und wie er Düsseldorf im Vergleich mit Köln wahrnimmt.

Schlagersänger Heino lebt seit Langem in Bad Müstereifel, doch mit seiner Geburtsstadt Düsseldorf fühle er sich immer noch verbunden. Das betonte der 79-Jährige bei seinem Besuch bei dem Heimatverein Düsseldorfer Jonges am Dienstagabend gleich mehrmals.

„Ich habe Oberbilk in meinem Herzen“, sagte Heino über den Stadtteil, in dem er 1938 geboren wurde. Im Haus Kirchstraße 59 ist er aufgewachsen. Später wohnte er an der Kruppstraße, ehe er in den Zülpicher Ortsteil Ülpenich und später dann nach Bad Münstereifel umzog – um mehr Ruhe zu haben, wie er im Gespräch mit dem Fernsehjournalisten Andre Zalbertus im Henkelsaal erzählte.

Auch in einem anderen Zusammenhang lobte er die NRW-Landeshauptstadt. „Ich habe 30 Jahre in Köln produziert. Für mich ist Düsseldorf eine schönere Stadt als Köln“, so Heino. In Bad Münstereifel fühle er sich jedoch sehr wohl. Mit seiner Frau Hannelore hat eine Wohnung im dem Hotel Kurhaus, in dem sich auch das nach ihm benannte Café befindet. In dem zu dem Hotel gehörenden Restaurant esse er mit seiner Frau oft zu Abend und frühstücke auch regelmäßig dort – allerdings nie vor 10.30 Uhr. „Ich bin Langschläfer. Vor 10 Uhr komme ich nicht aus dem Bett“, so Heino. Angesichts seiner Werbung für den Eifel-Ort hat die Stadt Bad Münstereifel kürzlich beschlossen, ihm die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. „Jetzt warte ich nur noch auf Düsseldorf“, sagte Heino.

Mit Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel machte er am Dienstagabend Scherze. Als der SPD-Politiker rund 25 Minuten nach dem Veranstaltungsbeginn in den Henkel-Saal kam, begrüßte er ihn von der Bühne aus. „Wir haben etwas früher angefangen“, sagte er an die Adresse des OB, der dafür bekannt ist, häufiger mal zu spät zu Terminen zu kommen. Das Publikum reagierte mit Lachern und Applaus.

Heino blickte auch auf Stationen seiner Karriere zurück. Vor seinem Auftritt mit Rammstein beim Heavy-Metal-Festival Wacken 2013 sei er skeptisch gewesen. Als er auf dem Gelände ankam und die Besucher sah, habe er zunächst gedacht: „Oh mein Gott, das musst du heute über dich ergehen lassen.“ Doch dann sei der Auftritt ein großer Erfolg geworden. Auch über seinen Rechtsstreit mit Jan Delay sprach Heino. Weil der Hamburger den Schlägersänger als Nazi bezeichnet hatte, musste er ihm vor vier Jahren 20.000 Euro zahlen. Das Geld habe Heino Bethel gespendet. „Das hat mir unglaublich gut getan“, so Heino.

Heino mit Wolfgang Rolshoven, Baas der Düsseldorfer Jonges
Heino mit Wolfgang Rolshoven, Baas der Düsseldorfer Jonges Foto: Michaelis, Judith (JM)

Bewegend sei für ihn gewesen, nach dem Mauerfall in Ostdeutschland aufzutreten, wo seine Lieder verboten waren. Auch Auftritte in den USA – unter anderem mehrmals in New Jersey vor bis zu 60.000 Zuschauern – seien für ihn prägend gewesen. Von Showgrößen in den Vereinigten Staaten habe er sich auch Dinge für seine Auftritte abgeschaut. So greife er auf der Bühne auf einen Teleprompter zurück: „Das habe ich in Las Vegas gelernt.“

Bevor Heino am 13. Dezember seinen 80. Geburtstag feiert, hat er noch einen vollen Terminkalender. So ist er am 6. Dezember bei Markus Lanz im ZDF zu Gast. Was er an seinen Geburtstag macht, will oder kann er nicht verraten. „Meine Frau hat etwas vorbereitet. Wir fliegen irgendwo hin“, so der 79-Jährige.

Heino ist zwar (noch) nicht Ehrenbürger seiner Geburtsstadt, bekam bei seinem Besuch in Düsseldorf dennoch eine Auszeichnung. Der Sänger, der 1973 Jonges-Mitglied ist, erhielt die Ehrenmitgliedschaft.