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Berater helfen bei der Suche nach der passenden Ausbildung

Azubi-Serie : Berater helfen bei der Suche nach der passenden Ausbildung

Was erhöht die Chance auf einen Ausbildungsplatz? Neben dem neuen Ausbildungsportal der WZ „azubistartpunkt.de“ hilft die Berufsberatung der Agentur für Arbeit.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Wegen des großen Angebots an unterschiedlichen Ausbildungsberufen und (dualen) Studiengängen hängen Schulabgänger oft in der Luft. Wo will ich später gerne arbeiten? Bin ich eher der Typ für eine Ausbildung oder doch für ein duales Studium? Wo habe ich gute Chancen, genommen zu werden? Dass junge Menschen sich mit der Beantwortung dieser Fragen oft überfordert fühlen, ist verständlich. Aber es gibt Hilfe: Das neue Ausbildungsportal „azubistartpunkt.de“ will junge Menschen bestmöglich bei ihrer Entscheidung begleiten. Es informiert nicht nur über mögliche Arbeitgeber zwischen Rhein und Wupper und zeigt, welche Ausbildungen und duale Studiengänge es gibt. Der „Job-Buddy“ findet anhand von Stärken und Interessen heraus, welche Ausbildungen und Studiengänge überhaupt zum Einzelnen passen.

Neben azubistartpunkt.de hilft auch die Bundesagentur für Arbeit bei der Frage, wann was gemacht werden sollte, um die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Sie bietet eine Berufsberatung an, die sich an Schüler aller Schularten richtet. Die Berufsberater kommen in die Schule und halten Sprechstunden ab. Sie können aber auch über die Bundesagentur kontaktiert werden - persönlich vor Ort oder per Telefon 0800 4 555500 (gebührenfrei). Das Gespräch mit dem Berufsberater sollte gut vorbereitet sein, um die Chancen zu erhöhen, danach genau zu wissen, was zu tun ist.

Heinrich Tillmann ist ein solcher Berufsberater bei der Agentur für Arbeit. Und er weiß, worüber sich die Schüler zuallererst im Klaren sein sollten: „Der Berufswahlprozess fängt bei sich selbst an“, betont er. „Der Jugendliche sollte sich erst einmal die Fragen stellen: Was kann ich gut? Wo liegen meine Stärken? Für was interessiere ich mich?“ Alle Berufe von A bis Z durchzugehen, führe nämlich am Ende nur zu Verwirrung. „Dann sieht man schnell den Wald vor lauter Bäumen nicht.“

In einem Beratungsgespräch können dann Berufsbilder, für die sich der Schüler interessiert, genauer betrachtet werden. Dabei sollten nicht nur die Interessen berücksichtigt werden, sondern auch die Fähigkeiten, konkret: die Schulnoten. Aber auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt spielt bei der Eingrenzung von möglichen Ausbildungsberufen eine Rolle. Was bringt es, sich für eine Ausbildung zu interessieren, für die es am Ende keine Nachfrage auf dem Markt gibt? Heinrich Tillmann erläutert: „Die drei Bereiche Interessen, Fähigkeiten und Markt können als Kreise dargestellt werden. Die Stelle, an denen sich die Kreise überschneiden, ergibt das Angebot, das für den Schüler in Frage kommt.“ Jugendliche können das Beratungsangebot so oft sie möchten in Anspruch nehmen. „Am Ende sollte der Schüler Ausbildungsberufe auf dem Zettel stehen haben, auf die er sich bewerben will“, so Tillmann.

Das Angebot der Agentur für Arbeit geht aber noch weiter. Auch bei der Bewerbung wird Hilfestellung gegeben. Ein Team unterstützt bei der Formulierung des Anschreibens, bei der Verfassung des Lebenslaufs und bei der Auswahl des Fotos. Es ist aber auch möglich, die selbstständig fertiggestellte Bewerbungsmappe  überprüfen zu lassen. Habe ich alles richtig formuliert? Habe ich etwas im Lebenslauf vergessen? Wirkt das Foto vielleicht zu unseriös? Um mit möglichen Arbeitgebern in Kontakt zu treten, eignen sich Jobmessen, die in vielen Städten angeboten werden. „Es gibt auch sogenannte Speed-Datings, bei denen sich Arbeitgeber und Schüler austauschen können“, sagt Tillmann.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Bewerbung. Grundsätzlich gilt: Je früher man sich über seine Möglichkeiten informiert, desto besser. Denn egal, ob es eine betriebliche Ausbildung oder ein (duales) Studium sein soll - meist gibt es feste Bewerbungsfristen, die man im Blick behalten sollte. Größere Unternehmen schreiben ihre Ausbildungsplätze meist schon eineinhalb Jahre vor dem Beginn des Ausbildungsjahres aus. „Je größer die Firma, desto früher werden die Stellen ausgeschrieben“, sagt Heinrich Tillmann. Auch bei Behörden und Verwaltungen gebe es meist lange Vorlaufzeiten.

Optimal sei es, spätestens ein Jahr vor dem Schulabschluss zu wissen, welche Ausbildung man machen möchte, um sich dann zu bewerben. „Das ist der optimale Fall“, betont der Berufsberater. Aber auch wenn diese Zeitplanung nicht eingehalten wird, sollte der Schüler den Kopf nicht in den Sand stecken. „Auch später hat man noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz. In jedem Fall sollte man es versuchen, sich zu bewerben“, rät er. Die Erfahrung zeige, dass Betriebe oft auch noch kurzfristig Auszubildende nehmen.

Verhängnisvoll sei hingegen eine „Null-Bock-Phase“ während der letzten beiden Schuljahre vor dem Abschluss. „Die bekommt man so gut wie nicht mehr ausgeglichen. In den letzten beiden Jahren sollte der Schüler auf jeden Fall Vollgas geben.“ Ein Praktikum zum Beispiel mache sich hervorragend im Lebenslauf und erhöhe die Chance, vom potenziellen Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.