Benrather Eissporthalle schließt nach 40 Jahren wegen neuer Wohnbebauung

Neubau geplant: Benrather Eissporthalle schließt nach 40 Jahren

Bereits im April dürfte trotz Rekordzahlen an der Paulsmühlenstraße nach 40 Jahren Schluss sein.  Ein Neubau plant das Ampel-Bündnis an anderer Stelle.

Mehr als 4000 Unterstützer haben im vergangenen Jahr eine Petition unterschrieben, um die alte Sparkassen-Eissporthalle an der Paulsmühlenstraße zu retten. Doch auch das konnte das Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP im Düsseldorfer Rathaus nicht überzeugen.

Die Politiker wollen einen Neubau im Düsseldorfer Süden. Dies auf dem Grundstück an der Kappeler Straße 105, das auch laut Straßenverzeichnis der Landeshauptstadt auch zu Benrath gehört — aber eben nicht so zentral liegt.

Doch ausschlaggebend für den Abriss der Halle, die in diesem Jahr 40 Jahre alt wird, ist die neue Wohnbebauung in der Paulsmühle. Denn für einen Fortbestand der Sporthalle müsste in den Lärmschutz der Sportstätte investiert werden. Zudem müsste die Stadt auch weitere Investitionen für die Halle übernehmen. Hintergrund: Die Eissporthalle war ein Geschenk der Stadtsparkasse Düsseldorf an die die Stadt. Seit 2015 ist aber das Geld der so genannten „Verbrauchsstiftung“, so Sparkassen-Sprecher Gerd Meyer, nun aufgebraucht. Nun muss sich die Beschenkte, also die Stadt um Grundstück und Halle kümmern. Eine Lösung wurde drei Jahre lang verzögert, jetzt aber wird sie konkret.

Geplant ist nur eine einfache Halle ohne Tribüne

Demnach, so bestätigt es, der Ratsherr der Grünen, Wolfgang Scheffler, soll die Eissporthalle mit Ende der Saison im April bereits schließen und abgerissen werden. Das Grundstück werde verkauft, der Erlös fließe in den Hallen-Neubau an der Kappeler Straße. Dieses Grundstück in der Nähe des Zurheide-Marktes gehört dem städtischen Immobilien-Projektentwickler Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR).

Das ausgewählte Grundstück ist aber noch nicht frei. Im hinteren Bereich soll die neue Eissporthalle so schnell wie möglich gebaut werden. Eine einfache Ausführung mit einer Eisfläche, aber ohne Tribüne, rund 10 Millionen Euro soll sie kosten. Auf dem vorderen Bereich soll der Parkplatz für die Besucher und die Busse, die die Schulklassen bringen, entstehen. Hier befindet sich zurzeit noch ein ehemaliges Bürogebäude. Das wird noch bis 2020 von der Melanchthon-Hauptschule als Ersatzquartier genutzt. Denn die Gemeinschaftshauptschule bekommt an der Melanchthonstraße einen Neubau.

Eine Verlängerung der Eislaufzeit in der Paulsmühle sei, so Scheffler nicht möglich. Denn aufgrund der neuen Wohnbebauung müsse man dann in den Lärmschutz der Kühlgeräte für die alte Halle noch Geld investieren. Das sieht auch Burkhard Albes so. Der SPD-Ratsherr und Sportausschuss-Vorsitzende bestätigt: „Wir haben eine Lösung gefunden.“ Die Kappeler Straße sei für ihn der „richtige Standort“, damit im Düsseldorfer Süden weiterhin der Eissport angeboten werden könne. Die Finanzierung des Neubaus stehe allerdings noch nicht insgesamt fest. Doch sie werde im ersten Quartal dieses Jahres gelöst. Das ganze Projekt, auch mit dem Partner IDR an der Seite, sei sehr realistisch.

22000 Besucher kamen im Dezember — eine Rekordzahl

Das jedoch sieht Manfred Otto nicht so. Er ist der Geschäftsführer der Eissporthalle. Stolz berichtet er, dass es im gerade abgelaufenen Dezember die Rekordzahl von 22 000 Besuchern in Benrath gab. „Das hatten wir seit zehn Jahren nicht mehr“, sagt Otto. Offiziell kennt er die Neubauplanung nicht, aber er versteht sie nicht, empfindet sie „als Politikum“ und sagt: „Die alte Halle liegt zentral, sie ist auch nicht marode, wie einige sagen.“ Es gebe zwar schönere Kacheln für Duschen, aber die Technik sei nicht schlecht. Zudem würde sich auch das Eisstadion an der Brehmstraße in einem Wohngebiet befinden, das müsse doch auch in Benrath weiter möglich sein.

Dennoch geht Manfred Otto auch davon aus, dass im April Schluss ist. Für ihn persönlich sei das überhaupt nicht wichtig, ob er nun seinen Vertrag verlängere. Schließlich ist er 75 Jahre alt. Er möchte aber, dass die fünf fest angestellten und sehr erfahrenen Mitarbeiter nach drei Jahren Ungewissheit nun endlich erfahren, wie es für sie weitergeht.

Noch aber sind sie vor Ort im Einsatz, immer wieder auch mit besonderen Aktionen, so wie am Freitag, 4. Januar, mit einer Disco auf dem Eis (20 bis 22 Uhr). Zudem besuchen aktuell 45 Schulklassen die Halle. Weitere Infos zu den Zeiten und Angeboten im Internet: www.sskduesseldorf.de

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