Benrath: Ein Provisorium feiert sein 50-Jähriges

Benrath: Ein Provisorium feiert sein 50-Jähriges

Die Besucher strömten am Sonntag in Scharen zum Tag der offenen Tür in der Klinik an der Urdenbacher Allee.

Düsseldorf. Wie sich die Zeiten ändern: Vor 50 Jahren analysierten die Krankenschwestern per Hand und mit Pipette das Blut der Patienten, heute geht alles vollautomatisch. Auch in der Entwicklung der Röntgentechnik bedeuten 50 Jahre eine kleine Ewigkeit. Vergleichsmöglichkeiten gab es am Sonntag viele beim Tag der offenen Tür anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Benrather Krankenhauses, denn der ärztliche Direktor, Professor Wolfgang Schoppe hat für diese Gelegenheit auch einige alte Schätze reaktiviert.

Wobei sich Oberbürgermeister Dirk Elbers weniger für die alten Zeiten, sondern mehr für die neuen medizinischen Schwerpunkte der Klinik interessierte. „Schließlich ist die Stadt noch zu 49 Prozent an dem Krankenhaus beteiligt, deshalb ist mir die Entwicklung wichtig“, versichert er beim Festakt.

Schon einmal war ein Oberbürgermeister in Benrath zu Gast: nämlich Willi Becker bei der Eröffnung im März 1961. Damals wurde ein vor Jahrzehnten gegebenes Versprechen endlich eingelöst. „Schon bei der Eingemeindung von Benrath 1929 sollte das alte Krankenhaus von 1892 durch einen größeren Neubau ersetzt werden“, berichtet Wolfgang Schoppe aus der Historie. Dann dauerte es aber noch fast drei Jahrzehnte, bis endlich mit dem Bau begonnen wurde. Es war der erste Krankenhausneubau in Düsseldorf nach dem Zweiten Weltkrieg und damals eine architektonische Sensation, erzählt Schoppe. Unter anderem auch, weil die Klinik mitten im Grünen lag, auch wenn von dem heute stattlichen Klinikpark noch nicht viel zu sehen war. An den Wochenenden übertraf die Zahl der Besucher oft die der Patienten um ein Mehrfaches. 373 Betten hatte das Krankenhaus damals, heute sind es noch 284.

Aber auch sonst war das Gebäude bemerkenswert. Als „Wegwerfkrankenhaus“ geplant, hätte es rund 20 Jahre später abgerissen und neu gebaut werden sollen. „Es gibt Erweiterungspläne von 1972/73 mit einer Erhöhung der Bettenzahl auf 566. Warum diese nie realisiert wurden, habe ich nicht herausfinden können“, sagt Schoppe.

Gemeinsam mit dem Gerresheimer Krankenhaus sollte die Benrather Klinik die städtische Medizinversorgung in den Außenbezirken verbessern. Das zentrale Krankenhaus und Anlaufpunkt für alle schweren Fälle waren die heutigen Uni-Kliniken. Und so beschränkte sich Benrath anfangs auf die Grund- und Regelversorgung vor Ort mit Allgemeiner Chirurgie, Innerer Medizin und der Frauenklinik.

Doch das hat sich in den letzten 50 Jahren gründlich geändert. Heute hat die Benrather Klinik mit der Geburtshilfe, der allgemeinen Chirurgie, der Unfallchirurgie, der Radiologie, der Anästhesiologie, der Inneren Medizin mit Gastroenterologie, der Onkologie und der Kardiologie acht anerkannte Fachabteilungen. Schwerpunkte sind das Herzzentrum und die Onkologie geworden.

Hinzu kommen Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten, zum Beispiel HNO-Ärzten, die im 2010 eröffneten Medizinischen Versorgungszentrum eigene Praxisräume haben und im Krankenhaus operieren. Seit Anfang 2011 hat auch die plastische Chirurgie ein Standbein in Benrath. An weiteren Spezialisierungen wird gefeilt.