Bekommt Düsseldorf einen Radschnellweg nach Ratingen?

Bekommt Düsseldorf einen Radschnellweg nach Ratingen?

Die Stadt kann sich die vielbefahrene Pendlerstrecke als Pilotprojekt für Radler vorstellen.

Düsseldorf. Gegen kilometerlange Staus auf den chronisch verstopften Autobahnen NRWs hat die Landesregierung den Ausbau von Radschnellwegen auf die Agenda gesetzt. Jeder der fünf Regierungsbezirke soll eine solche Fahrradautobahn bekommen — also auch Düsseldorf. 2013 soll dazu ein Planungswettbewerb ausgeschrieben werden.

Die Grünen haben sich auf die Fahne geschrieben, mögliche Trassen zu finden. Am Dienstag radelte Ratsherr Norbert Czerwinski bis zum Dormagener Marktplatz. Allerdings erwies sich die Route auf den ersten von 16 Kilometern als eher ungeeignet. Zu schmal ist der Radweg, der entlang der A46 zur Fleher Brücke führt. „Vier Meter müssen es schon sein, damit schnellere Radfahrer überholen können“, erklärt der grüne Ratsherr.

Czerwinskis Parteifreundin Susanne Stock, persönliche Mitarbeiterin des zweiten Landtagsvizepräsidenten Oliver Keymis, radelt jeden Tag von Ratingen nach Düsseldorf zur Arbeit. Rund eine Stunde braucht sie dafür derzeit. Der Grund: Rote Ampeln bremsen sie nur allzu oft aus. Zu den Kriterien für die geplanten Radschnellwege gehört daher auch, dass Radfahrer an Knotenpunkten Vorfahrt haben sollen. Mindestens fünf Kilometer lang, steigungsarm, hindernisfrei und innerorts beleuchtet müssen die Radschnellwege zudem sein.

Rund 15 000 Menschen pendeln täglich, wie Susanne Stock, von Ratingen nach Düsseldorf oder umgekehrt. Zwar seien die Gespräche noch nicht konkret, heißt es aus dem Verkehrsdezernat, doch die Stadt kann sich durchaus vorstellen 2013 die Verbindung Ratingen-Düsseldorf beim Planungswettbewerb als Pilotprojekt einzureichen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club NRW (ADFC) rechnet damit, dass der Ausbau eines Radschnellwegenetzes rund zehn Jahre in Anspruch nehmen könnte. „Doch das ist eine Herausforderung, die anzugehen sich lohnt“, sagt ADFC-Sprecher Thomas Rommelspacher. Denn laut Berechnungen des niederländischen Büros Goudappel wäre das nicht nur gut für die Düsseldorfer Luft und Portemonnaies — angesichts von Abgasen und Tankkosten. Wer radelt, lebe auch gesünder: Das deutsche Gesundheitssystem könnte durch Radschnellwege mehrere 100 Millionen Euro einsparen.

duesseldorf-braucht-rad.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung