1. NRW
  2. Düsseldorf

Beichte auf dem Totenbett

Beichte auf dem Totenbett

Morsestrasse: Kurz vor seinem Tod sprach der mutmaßliche Mörder über die Tat. Das Verfahren wird eingestellt.

Düsseldorf. Der Mord von der Morsestraße bleibt ungesühnt. Denn der mutmaßliche Täter, der 45-jährige Peter K., starb am 23. Dezember an Lungenkrebs. Auf dem Sterbebett erleichterte der Mann, der im März seine Lebensgefährtin Monika D. (55) mit einem Hammer getötet haben soll, sein Gewissen. Er sprach mit einem Vertrauten über die Tat. "Er hat die Täterschaft nicht bestritten", sagt Staatsanwalt Ralf Herrenbrück. Bis dahin hatte der 45-Jährige zu den Vorwürfen stets geschwiegen. Was der Mann darüber hinaus sagte, bleibt ein Geheimnis.

Mitte Dezember hätte das Mordverfahren vor dem Landgericht gegen den 45-Jährigen beginnen sollen. Doch der Vorsitzende Richter Rudolf Wolff hatte den Prozess wegen des schlechten Gesundheitszustandes des Angeklagten kurzfristig abgesagt.

Rückblende: Es war der 21.März, kurz nach 18 Uhr. Die Polizei war zur Wohnung von Monika D. gerufen worden. Ihre Tochter hatte den Beamten besorgt mitgeteilt, dass ihre Mutter nicht wie angekündigt bei ihr in den USA eingetroffen war.

Die Polizisten klingelten an der Wohnungstür. Doch Peter K. öffnete nicht. Stattdessen drohte er, das Haus in die Luft zu sprengen. Die Polizei rief ihr Spezialeinsatzkommando (SEK) und ließ das Haus evakuieren, die Morsestraße abriegeln. Erst nach vier Stunden und zähen Verhandlungen stürmte das SEK die Wohnung. Im Schlafzimmer entdeckten die Beamten die in Folien und Decken eingewickelte Leiche von Monika D. Ihr Schädel war von Hammerschlägen zertrümmert worden, das Bett war von Blut getränkt. Im Zimmer hatte Peter K. Verdünner ausgekippt. Er versuchte vor der Festnahme noch, sich mit einem Messer selbst zu töten, er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Das Motiv für die Tat war bis zuletzt unklar. Das Paar wollte in die USA auswandern und sich dort ein Haus kaufen. Angeblich soll Peter K. die Ersparnisse anderweitig ausgegeben haben. Zwei Wochen vor dem Auswanderungstermin war Monika D. nicht mehr erreichbar.

Nun wird das Verfahren eingestellt - wegen "Eintritt eines Verfolgungshindernisses" wie es offiziell heißt. Für die Staatsanwaltschaft steht fest, dass Peter K. der Täter war. "Sollten sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass es jemand anders gewesen könnte, nehmen wir die Ermittlungen wieder auf", sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa. "Davon gehen wir nicht aus."