Bei der Personalversammlung der Stadt Düsseldorf gibt es viel Kritik

Kommune : „Anspruch trifft Wirklichkeit“, oder: Mitarbeiter kritisieren Stadtspitze

Bei der Personalversammlung der Stadt Düsseldorf geht es vor allem um unbesetzte Stellen. Aber es gibt auch ein bisschen Lob für die Stadtregierung.

Wenn die Mitarbeiter der Stadt einmal im Jahr alle ihre Großkopferten des Rathauses vor sich haben, dann geht es natürlich zur Sache. So wurden OB Geisel und einige seiner Beigeordneten in (fingierten) Video-Interviews verhohnepiepelt, als Fußballgrößen von Rudi Völler über Per Mertesacker („Eistonne“) bis Oliver Kahn („Wir brauchen Eier“) für sie antworteten.

Jahr für Jahr listet der Personalrat multimedial und gewitzt die Tops und Flops aus Sicht der Belegschaft auf, da gibt es immer viel mehr Kritik als Lob. So auch am Dienstagmorgen in der Halle an der Siegburger Straße, als gut 3000 Beschäftigte das diesjährige Motto „Anspruch trifft Wirklichkeit“ wahr machten.

Besonders wenig zu tun hat der Anspruch der Stadtspitze um OB Thomas Geisel mit der Realität beim Projekt „Verwaltung 2020“. „Das sollte ja nicht zuletzt dauerhaft die Ausstattung mit Fachkräften sichern, aber tatsächlich fehlt überall bei der Stadt Fachpersonal“, schimpfte Nicole Wierig vom Personalrat. 1000 unbesetzte Stellen beklagt der Personalrat (und mit ihr die Opposition von CDU und Linkspartei im Rat) schon länger, egal ob im Amt für Einwohnerwesen oder im Bauverwaltungsamt (“trotz der Antragsflut für Bauvorhaben“) bei der IT-Koordination im Hauptamt oder im Jugendamt: „Die Löcher im Stellenplan sind einfach zu groß“, sagte Britta Tessarek vom Personalrat, „das führt regelmäßig zur Überlastung der Kollegen dort.“ Besonders unverständlich sei, dass die Stadtspitze in den Kitas 130 Vollzeitstellen abbauen wolle, beklagte Tessarek, und das angesichts des Ziels, 1000 neue Kita-Plätz pro Jahr zu schaffen. „Das ist der Mega-Flop.“

Bernd Wappler kritisierte die angeblich zu schlechte (finanzielle) Bewertung von Stellen mit Kundenkontakt, nannte aber auch mal ein „Top“: „Nachdem hier vor einem Jahr massive Kritik an den Zuständen im neuen Amt für Migration und Integration laut wurde, haben Dezernent Burkhard Hintzsche und Amtsleiterin Miriam Koch seitdem wirklich viel erreicht, das Amt hat eine gute Entwicklung genommen.“ Auch Ordnungsdezernent Christian Zaum wurde gelobt, weil er „ideenreich“ für mehr Personal beim Ordnungs- und Servicedienst werbe und kämpfe und dafür viel Geld bereit gestellt werde. Aber: Noch seien viele Stellen beim OSD unbesetzt.

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