Bei "Break the Tango" vermischen sich zwei unterschiedliche Tanzstile

Tanz : Tango und Break Dance gemeinsam auf der Bühne

Regisseur, Choreograph und Haupttänzer German Cornejo ist Tango-Weltmeister sowie einer der gefragtesten Trainer in Buenos Aires.

Tango ist in Argentinien nicht einfach nur ein Tanz. Tango ist pure Leidenschaft, ein Stück Lebensgefühl, und die Menschen in Südamerika bekommen einen gewissen Glanz in den Augen, wenn man über Tango spricht. Diese Eigenschaften auf die Bühne zu transportieren, ist nicht immer einfach. Doch Darko Soolfrank, Produzent der neuen Show „Break the Tango“, die vom 13. bis zum 17. November erstmals im Capitol Theater an der Erkrather Straße gastiert, hat diese Aufgabe gemeistert. 2016 feierte die Produktion ihre Welturaufführung in Zürich, um anschließend unter anderem durch Deutschland, Frankreich und Italien zu touren.

Die Show vereint zwei völlig unterschiedliche Tanzstile. Klassischer Tango trifft auf Streetdance und es werden bei „Break the Tango“ neue Bewegungen auf hohem Niveau kreiert.

Tango und Break Dance haben auch Gemeinsamkeiten

„Tango ist Faszination pur mit absoluter Leidenschaft. Und das merkt man bei den Tänzern auch auf der Bühne. Außerdem ist der Tanz zeitlos, er erneuert sich immer wieder selbst. Daher hat er auch in den vergangenen 100 Jahren nichts von seiner Aktualität eingebüßt“, erklärt Soolfrank. Dazu kommt die Vermischung mit dem akrobatischen Break-Dance, was die Show noch rasanter und actionreicher macht.

Der 51-Jährige produziert seit fast 25 Jahren Musicals und Shows. Doch „Break the Tango“ ist seine erste Tanzshow. „Viele haben mich gewarnt und gesagt, dass die Breakdancer niemals eine Tango-Show besuchen würden und umgekehrt auch nicht. Doch als wir vor zwei Jahren das erste Mal mit der Show auf Tour waren, war das Publikum bunt gemischt und alle waren begeistert. Und auch das Tango-Publikum ist überraschend jung. So um die 35 Jahre alt und meistens weiblich.“

Trotz aller vermeintlichen Unterschiede haben Break Dance und Tango auch Gemeinsamkeiten. Beide Tänze kommen aus den sozialen Unterschichten. Tango entwickelte sich in den Hafenkneipen von Buenos Aires der  zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Mündungsgebiet des Rio de la Plata. Break Dance entwickelte sich in der Bronx, einem nördlichen Stadtbezirk in New York. „Doch inzwischen gehören beide Tänze zum Establishment“, meint Sollfrank.

Begleitet wird die aus zwölf Tänzern bestehende Kompanie von einer Live-Band, die klassische Elektrotango-Hits und neu arrangierte Pop-Songs auf die Bühne bringt. „Tango braucht Live-Musik, denn die Symbiose von Tanz und Musik macht den Tanz so besonders.“

Regisseur, Choreograph und Haupttänzer German Cornejo ist Tango-Weltmeister sowie einer der gefragtesten Trainer in Buenos Aires. Mit seiner Tanzpartnerin Gisela Galeassi, ebenfalls Weltmeisterin im Tango, bildet er den tänzerischen Mittelpunkt in „Break the Tango“. Der 33-Jährige begann im Alter von zehn Jahren Tango zu lernen. Mit 15 Jahren schloss er das Gatell Conservatory of Dance mit einem Master of Tango ab. In den folgenden Jahren erweiterte Cornejo seine Fähigkeiten durch das Studium klassischer und zeitgenössischer Ballett-, Jazz- und Akrobatiktechniken.

Für die Breakdance-Choreographien ist Björn „Buz“ Meier verantwortlich, der seit zehn Jahren eine eigene Breakdance-Schule leitet und verschiedene Workshops  für behinderte Kinder und auch Kurse in Jugend-Gefängnissen anbietet.

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